Offener Brief zum geplanten Neubau einer Moschee in der Käppelestraße

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Dr. Mentrup,

die Informationsveranstaltung am 18.01.2018 des Ditib-Vereins hat sehr deutlich gezeigt, dass in der Bürgerschaft weiterhin kritische Fragen zum Verein und zum Bauvorhaben einer Moschee in der Käppelestraße bestehen. Gefragt wurde insbesondere nach dem Verhältnis von Ditib zum türkischen Staat, der Stellung der Frauen in der Ditib, der angemessenen Prüfung der baurechtlichen Rahmenbedingungen und der baulichen Ausgestaltung der neuen Moschee.

Dies sind Fragen, die wir bereits unter anderem im Gemeinderat gestellt und die wir in einem gesonderten Schreiben an Sie nochmals wiederholt haben. Das öffentliche Interesse am Bau der Moschee ist groß.

Deshalb beantragen wir, das Verfahren über das Baugesuch dem Gemeinderat oder seinem zuständigen Ausschuss vorzulegen.

Dann können auch Fragen adressiert werden, die bisher noch nicht in der Öffentlichkeit diskutiert wurden: zum Beispiel nach der Verkehrssituation vor Ort. Ditib erwartet bis zu 700 Menschen, die am Freitagsgebet teilnehmen. Wo parken diese Besucher der Moschee? Die vorgestellten Pläne weisen insgesamt 39 Stellplätze auf: 30 in der Tiefgarage und neun im Hof. Diese Parkplätze sollen für die Moschee, vier gewerbliche Betriebe, mehrere Büroräume und zwei Wohnungen ausreichen. Wenn der geplante Bau des neuen IKEA-Marktes vollendet ist, wie verkraftet das Gebiet um die Käppelestraße aus stadtplanerischen Gesichtspunkten das zusätzliche Verkehrsaufkommen?

Auch die bauliche Ausgestaltung der Moschee mit einem Kuppelbau und einem Minarett ist bislang noch nicht hinreichend diskutiert worden. Während Ditib argumentiert, dass sie einen zentralen und weithin sichtbaren Bau aus Gründen der Repräsentation und Tradition errichten möchten, wird genau dies von vielen Bürgerinnen und Bürgern kritisch gesehen und abgelehnt.

Für eine Stellungnahme sind wir dankbar.