Elternrechte verteidigen

Wie frei sollten Eltern bei der Wahl der Grundschule und der Nachmittagsbetreuung ihres Kindes sein? Die CDU findet: völlig frei. Die Beratungen im letzten Gemeinderat verdeutlichten jedoch die diesbezüglich unterschiedlichen Ansichten zwischen den Fraktionen.

Auslöser für die Diskussion war der Antrag der CDU-Fraktion, den Hort in der Südendschule zu erhalten. Er soll in naher Zukunft geschlossen werden. Bislang können dort Kinder, die im Halbtagsangebot der Südendschule angemeldet sind, nach dem Unterricht betreut werden. Sollten Eltern das Angebot für ihr Kind an einigen Tagen in der Woche nicht in Anspruch nehmen wollen, ist dies problemlos möglich. Eine gute Alternative zur nachmittäglichen Betreuung im ebenfalls existierenden Ganztagsangebot der Südendschule. Dort ist eine Auswahl der Betreuungstage nicht möglich.

Für die CDU ist die flexible Nachmittagsbetreuung die optimale Grundlage für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Sie ermöglicht am besten, auf die Bedürfnisse der Familien einzugehen. Aus diesem Grunde wollten wir das Hortangebot an der Südendschule bewahren, scheiterten jedoch an den Gegenstimmen von GRÜNEN, SPD und LINKE.

Diese Entscheidung geht auf bittere Weise zu Lasten der Familien. Mangels Alternativen in der Nachmittagsbetreuung an der Südendschule werden Eltern nun letztlich dahin gedrängt, ihr Kind im Ganztagsangebot anzumelden – auch gegen ihren eigentlichen Wunsch. Hier zeigt sich grün-rote Bevormundungspolitik par excellence. GRÜNE-Stadträtin Renate Rastetter gab dies sogar offen zu, als sie im Gemeinderat erklärte, dass Kinderbetreuung kein Wunschkonzert sei. Soll sie also stattdessen nach dem Taktstock der Grünen gehen?

Bei langfristig sinkenden Anmeldezahlen ist auch die Fortdauer des Halbtagsangebots an der Südendschule nur noch eine Frage der Zeit. Diese Entwicklung ist ein Paradebeispiel für eine grün-rote Schulpolitik auf kommunaler Ebene, bei der gegen die Halbtagsschule zugunsten der Ganztagsschule agiert wird.

Um es klarzustellen: Die CDU ist nicht gegen die Ganztagsschule. Sie hat ihre Vorteile und ihre Berechtigung. Aber wir sind gegen eine Bevormundung der Eltern bei der Wahl des Grundschulangebots und bei der Wahl der nachmittäglichen Betreuung. Wir wollen, dass dies eine freie Entscheidung der Eltern bleibt. Die Zuschriften, die wir diesbezüglich erhalten haben, und die Unterschrifteninitiative zur Rettung des Hortes an der Südendschule bestätigen uns in unserer Überzeugung.

Auf die hohe Nachfrage nach den flexiblen Betreuungsangeboten hat mittlerweile sogar das Land reagiert und die Gelder für die Schülerhortförderung aufgestockt. Ab dem Schuljahr 2020/21 können deutlich mehr Horte bezuschusst werden.

Wir werden dafür kämpfen, dass unsere Horte bestehen bleiben: für die Wahlfreiheit, für die Familien!

Bettina Meier-Augenstein