Graffiti und Streetart in Karlsruhe

Antrag

Die CDU-Fraktion beantragt:

  1. Die Stadtverwaltung gibt Auskunft darüber, wie die bereits bestehenden legalen Graffitiflächen im Stadtgebiet genutzt werden und wer darüber entscheidet wann diese übersprüht werden.
  2. Die Stadtverwaltung prüft, ob sich weitere öffentliche Flächen dazu eignen, als legale Graffitiflächen und Flächen für Streetart, ausgewiesen zu werden. Insbesondere kämen hier die Innenwandseiten der Hirschbrücke in Betracht.
  3. Die Stadtverwaltung gibt Auskunft darüber, ob sich entlang der Bahngleise an der Mathystraße – im Bereich des Sonntagplatzes – aufstellbare Wände befestigen lassen, die als legale Flächen für Graffitis und Streetart dienen.
  4. Die Stadtverwaltung prüft, ob sich Karlsruhe als Austragungsort für einen Graffitiwettbewerb und/oder Streetartwettbewerb für Künstlerinnen und Künstler aus Karlsruhe und der Region eignet, bei dem der/die Gewinner/in eine besondere Fläche für ihr/sein Kunstwerk zur Verfügung gestellt bekommt.
  5. Die Stadtverwaltung prüft, ob sich in Zusammenarbeit mit (beispielsweise) der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste und/oder Schulen/Kindergärten, Kästen – wie die Stromverteilerkästen oder die Schränke der Deutschen Post und Telekom usw. – im Stadtgebiet verschönern lassen.
  6. Die Stadtverwaltung deckt eventuell durch die Punkte 2 bis 4 entstehende Kosten durch Umschichtungen im städtischen Haushalt ab.
Sachverhalt/Begründung:

Als tolerante Stadt muss Karlsruhe offen für kulturelle Vielfalt sein und neben der traditionellen Kunst auch jungen Menschen Raum für ihre künstlerische Ausdrucksform bieten. Graffiti und Streetart mögen zwar zu den neueren Formen der Kunst zählen, doch haben sie vielerlei mit der traditionellen Kunst gemein. So setzen sich die Kunstwerke oftmals mit kritischen, gesellschaftlichen Themen auseinander, sind Ausdruck eines Zeitgeistes und werden kontrovers diskutiert.

Graffiti und Streetart sollten als eine Chance gesehen werden, den urbanen Raum zu verschönern und zu gestalten. Damit das gelingen kann, müssen den Künstlerinnen und Künstlern die dafür benötigten legalen Flächen zur Verfügung gestellt werden, damit sie Zeit haben zu gestalten. Wer nachts unter Zeitdruck und Angst vor Entdeckung eine Fläche bearbeitet, wird selten ein ansehnliches Ergebnis erzielen und macht sich zudem strafbar. Als Beispiel für eher misslungene Ergebnisse der Sprühkunst kann die Hirschbrücke aufgeführt werden.

Wenn diese neue Form der Kunst jedoch als Chance wahrgenommen wird, so können Flächen – wie auch die Innenwände der Hirschbrücke – nachhaltig kunstvoll gestaltet werden. Gegenden oder Plätze, wie beispielsweise jene entlang der Bahngleise der Mathystraße oder auch Stromverteilerkästen, können durch moderne Kunst interessant gestaltet werden. Zu beachten ist in diesem Zusammenhang auch, dass der gegenseitige Respekt unter den Künstlern dazu führt, dass selten eine bereits bearbeitete Fläche verunstaltet wird.

In einem Wettbewerb im Bereich Streetart/Graffiti, der unter ein gesamtgesellschaftlich relevantes Motto gestellt werden könnte, sehen wir neben der Möglichkeit städtische Flächen mit den Gewinnermotiven besonders künstlerisch hervorzuheben, die Chance, junge Menschen einzubinden, ihnen eine Plattform für ihre künstlerische Ausdrucksweise zu geben und sie dazu anzuregen, sich mit einem gesamtgesellschaftlich relevanten Thema auseinanderzusetzen.