Denkmalschutz des Botanischen Gartens stärker beachten

Denkmalschutz des Botanischen Gartens stärker beachten

Presseerklärung der CDU-Fraktion vom 11. November 2002:

Die CDU-Fraktion erörterte mit der Initiative zum Erhalt des Botanischen Gartens Möglichkeiten, wie der Botanische Garten als "Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung" von einem Erweiterungsbau des Bundesverfassungsgerichts verschont werden könnte. "Dass der Botanische Garten gegenüber den Gebäuden des Bundesverfassungsgerichtes vom Denkmalschutz als höherrangig eingestuft wird, muss stärker als bisher in den Vordergrund gestellt werden" erklärten der Vorsitzende der CDU-Fraktion, Dr. Klaus Heilgeist, und Prof. Dr. Rolf Balzer von der Initiative Botanischer Garten übereinstimmend.

Hatte die CDU-Fraktion anlässlich eines Gespräches im Bundesverfassungsgericht noch den Eindruck gewonnen, dass der mit dem 1. Preis ausgezeichnete Entwurf möglicherweise ein Kompromiss sein könnte, kann dies keinen Bestand mehr haben, nachdem diesem Entwurf der 1. Preis aberkannt werden muss, weil er die vom Auslober vorgegebenen Grenzen nicht eingehalten hat. Jetzt steht zu befürchten, dass die nächsten Preisträger ihre Entwürfe weiterentwickeln sollen. Diese Entwürfe sehen aber im Falle ihrer Verwirklichung einen noch viel größeren Eingriff in den Botanischen Garten vor. Deshalb scheint Eile dabei geboten, Alternativvorschläge zu machen, bevor Aufträge zur Weiterbearbeitung erteilt werden.

Zunächst wäre von einem Juristen zu prüfen, ob die diesem Wettbewerb zugrunde liegenden Regeln es erforderlich machen, dass den nächsten Preisträgern der Auftrag zur Weiterbearbeitung ihres Entwurfs erteilt werden muss. Eine solche juristische Prüfung könnte mit einbeziehen, ob eine Erweiterung des Gerichtes, die sich auf eine Aufstockung bestehender Gebäude beschränkt, diesen Wettbewerbsregeln unterliegt. Eine solche juristische Prüfung könnte ergeben, dass der Wettbewerb mit der Preisverleihung als abgeschlossen gelten kann, so dass das Gericht frei ist, im Wettbewerb ausgeschiedene Vorschläge weiter zu verfolgen.

Die Gesprächsteilnehmer hielten die Idee einer Aufstockung der beiden äußeren, nur einstöckigen bestehenden Pavillons des Gerichtes für "besonders prüfens- und bedenkenswert". Zum einen könnte eine solche Aufstockung in kürzester Zeit erfolgen und würde die Arbeit des Gerichtes nur in geringem Umfange stören, zum anderen würde auch eine Aufstockung dieser Gebäude die Proportionen des Gerichtes nicht stören, bleiben doch sowohl das "Sitzungsgebäude" wie auch der Pavillon der Richter weiterhin die höchsten Gebäude dieses Ensembles. "Die Belange der Verfassungsrichter dürfen bei allen Lösungsvorschlägen nicht aus den Augen verloren werden. Dies besonders vor dem Hintergrund, dass wir außerordentlich froh darüber sind, das höchste deutsche Gericht in unserer Stadt beheimaten zu dürfen", so Dr. Heilgeist. Deshalb müsse eine Erweiterung auf jeden Fall den Raumbedarf des Gerichts abdecken.

Die Vertreter von CDU-Fraktion und Initiative wünschten sich, die verschiedenen Möglichkeiten einer Erweiterung visuell darzustellen. "So kann sich jeder Interessierte viel besser klar machen, welche Auswirkungen sowohl auf das Äußere des Bundesverfassungsgerichtes wie auch auf den Botanischen Garten mit der jeweiligen Variante tatsächlich verbunden sind", äußerte Prof. Dr. Erich Rossmann von der Bürgerinitiative.

"Möglicherweise sollte man sich einfach fragen, wie Prof. Paul Baumgarten die Gebäude unter Berücksichtigung des heutigen gerichtlichen Raumbedarfs gestalten würde. Vielleicht würde dies die Diskussion entkrampfen und zu einer für alle Beteiligten einvernehmlichen Lösung der Erweiterungsproblematik führen", meinte Dr. Heilgeist abschließend.