CDU-Fraktion fühlt sich durch Äußerung aus dem Schuldezernat bestätigt, bleibt aber wachsam

Dass doch noch einmal Bewegung in die Frage um die Betreuungsangebote in Karlsruhe kommen würde, war spätestens bei den Diskussionen im Gemeinderat zum Erhalt des Hortes in der Grazer Straße sowie zur Einführung der Ganztagesgrundschule in Wolfartsweier klar.

Die CDU-Fraktion stellte bereits im Oktober einen Antrag zum Erhalt des Hortes „Grazer Straße“, der eigentlich nach dem Willen der Verwaltung mit dem Beginn der Oberwaldschule Durlach-Aue als Ganztagsschule auslaufen sollte. Zusammen mit weiteren Fraktionen im Gemeinderat konnte die Rot-Grüne Bildungsideologie in diesem Punkt gestoppt werden.
Beim Versuch die Verwaltungsvorlage zur Einführung einer Ganztagesgrundschule in Wolfartsweier vorerst zu verschieben, scheiterte die CDU-Fraktion mit einer Stimme, da sich die Mehrheit der Stadträte der KULT-Fraktion für eine sofortige Einführung aussprach.

Für die CDU-Fraktion steht schon immer fest, dass die Wahlfreiheit – welche Form der Betreuung Eltern für ihr Kind am sinnvollsten halten – in jedem Stadtteil erhalten bleiben muss. „Und hierbei geht es nicht nur um die Frage, ob Halbtag oder Ganztag, sondern insbesondere auch darum, dass viele berufstätige Eltern zumindest an manchen Nachmittagen ihr Kind flexibel selbst betreuen möchten“, verdeutlicht der stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende Detlef Hofmann.
Dass dies nun anscheinend auch von der Stadtverwaltung so gesehen wird, ist aus Sicht der CDU-Fraktion besonders erfreulich. Allerdings ist es umso unverständlicher, warum dann die Ganztagesschule in Wolfartsweier trotz der drei bereits bestehenden Angebote im Umkreis von weniger als fünf Kilometern unbedingt noch durchgepeitscht werden musste?
Die Äußerungen der Verwaltung in der November Gemeinderatssitzung in Bezug auf Wolfartsweier widersprachen den aktuellen Veröffentlichungen über mögliche Betreuungsangebote.

Zum Zeitpunkt der Gemeinderatssitzung war klar, dass die Verwaltung keine bedarfsorientierte Planung als notwendig erachte. Es sollte vielmehr das Konzept der Ganztagsschulen verfolgt werden, sobald es sich anbiete. Selbst OB Dr. Mentrup sprach sich dort gegen den Kompromissvorschlag der CDU aus, der vorsah, die Einführung um ein Jahr zu verschieben um die Bedarfe stadtteilbezogen nochmal zu betrachten. „Wenn wir durch unsere Anträge und Initiativen ein Umdenken in der Schulverwaltung in Richtung Wahlfreiheit für die Eltern erreichen konnten, bin ich sehr zufrieden und freue mich auf eine konstruktive Zusammenarbeit bezüglich der neuen Um- und Ausbaustrategie der Betreuungsangebote“, betont der sichtlich erleichterte bildungspolitische Sprecher der CDU-Fraktion Detlef Hofmann.

„Ohne das Zutun der CDU-Fraktion hätte sich die Stadtverwaltung wahrscheinlich nicht bewegt. Wir werden die Wende der Verwaltung in der Betreuungsfrage aber im Auge behalten. Falls das Schuldezernat mit dem Ankündigen einer neuen Strategie an dieser Stelle nur abwarten möchte bis sich die Wogen geglättet haben, werden wir weiter um den Erhalt des Elternwillens kämpfen“, gibt sich die jugendpolitische Sprecherin Bettina Meier-Augenstein kämpferisch.

Detlef Hofmann
Bettina Meier-Augenstein