Pflege auch in Zukunft menschenwürdig gestalten

Die CDU-Gemeinderatsfraktion hat zu einem Gespräch mit Experten aus dem Karlsruher Pflegebereich eingeladen. Sie wollte erfahren, was die jetzige Situation im Karlsruher Pflegesektor ist und was getan werden muss, damit Karlsruhe auf den stetigen Anstieg an Pflegebedürftigen rechtzeitig vorbereitet ist.

„Es ist weithin bekannt, dass es immer mehr Menschen gibt, die pflegebedürftig werden. Gleichzeitig begeistern sich immer weniger Menschen für den Pflegeberuf, was auch dem zu unrecht schlechten Image geschuldet ist. Was weniger bekannt ist, ist dass nicht nur Mitarbeiter, sondern auch Räume und Flächen Mangelware sind. Diese werden aber ebenso dringend benötigt, wenn man Heimplätze schaffen möchte, die zudem auch noch der Landesheimbauverordnung genügen müssen, “ erklärt der Fraktionsvorsitzende Tilman Pfannkuch. Nach der Landesheimbauverordnung darf es in Pflegeheimen und Heimen für Menschen mit Behinderungen vom 01.09.2019 an im Wesentlichen nur noch Einzelzimmer geben. „Die Einzelzimmerregelung hat den lobenswerten Zweck, Patienten Privatsphäre zu ermöglichen. Kehrseite ist, dass die Heime mehr Platz für Gebäude benötigen, wenn sie jedem Bewohner ein mindestens 14 qm großes Einzelzimmer zur Verfügung zu stellen haben“, betont Tilman Pfannkuch und verweist auch auf die Pflegefachkräfte, die sich teuren Wohnraum in Ballungsgebieten wie Karlsruhe bei ihrem Einkommen nicht leisten können.

Ein weiteres Diskussionsthema bei dem Gespräch war die von manchen erhobene Forderung „ambulant vor stationär“: „Wir müssen weg von der starren Trennung von stationär und ambulant. Im ersten Moment bevorzugt jeder eine ambulante Betreuung im Pflegefall, aber das ist nicht immer eine gute Lösung. Wer niemanden hat, der einem Gesellschaft leistet, ist bis auf die drei Besuche vom Pflegedienst den Rest vom Tag und die ganze Nacht alleine“, so der sozialpolitische Sprecher der Fraktion, Dr. Thomas Müller. Pflege müsse nach Ansicht der CDU-Fraktion zukünftig neu gedacht werden und man habe offen für neue Konzepte zu sein. „Was wir brauchen sind neue Wohnformen, in denen sich die Bewohner zuhause fühlen. Dazu kann im Idealfall ein Quartiersmanagement kommen, welches im Stadtteil organisiert, dass Ehrenamtliche in die Versorgung der Pflegebedürftigen miteingebunden sind und diesen somit ein würdevolles Altern in einem sozialen und gewohnten Umfeld ermöglichen“, lobt Dr. Thomas Müller abschließend.