Gendersternchen-Leitfaden ist keine städtische Aufgabe

CDU-Fraktion möchte keinen Zwang durch die Hintertür

„Die Debatte um das Gendersternchen hat das Rathaus längst erreicht“, eröffnet Fraktionsvorsitzender Tilman Pfannkuch und bezieht sich damit auf den „Abschlussbericht des Projekts ‚Genderstern‘“. „Darin wurde die Akzeptanz der Schreibweise unter den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadtverwaltung untersucht. Der Bericht empfiehlt, das Gendersternchen als eine Option in der Kommunikation einzuführen. Zudem soll eine Art Leitfaden erstellt werden, an dem sich städtische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter künftig orientieren können.“

„Wir sind der Meinung, dass die Ausdrucksweise der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Stadtverwaltung oder den Beteiligungsgesellschaften auch jetzt schon allen Menschen respektvoll begegnet. Dazu benötigt es keinen Leitfaden“, meint stellvertretender Fraktionsvorsitzender Detlef Hofmann. „Wer das Gendersternchen in der Sprache benutzen möchte, kann das gerne tun. Es fällt jedoch nicht in den Aufgabenbereich einer Stadt, den Wortschatz ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in bestimmte Richtungen zu lenken. Ein solcher Leitfaden ist unserer Ansicht nach ein Zwang durch die Hintertür.“

„Abgesehen davon ist die öffentliche Diskussion über Sinn und Zweck des Gendersternchens noch gar nicht abgeschlossen. Nach Ansicht des Deutschen Rechtschreibrats verstößt das Sonderzeichen etwa gegen die geltende Rechtschreibung. An dessen Urteil muss sich beispielsweise die Kommunikation der Bundesregierung orientieren. In Frankreich wurde die Verwendung des Gender-Sonderzeichens sogar per Dekret verboten. Und unser Landesvater, Winfried Kretschmann, ließ ebenfalls durchblicken, dass er von dem überspannten Sprachgehabe überhaupt nichts halte“, fasst Pfannkuch zusammen.

„Solange sich Gender-Mainstreaming im allgemeinen Sprachgebrauch noch nicht durchgesetzt hat, halten wir die Erarbeitung eines Leitfadens für überhastet. Nicht zuletzt geschieht die Verwendung des Gendersternchens auf Kosten einer klaren und damit auch barrierefreien Sprache. Aus diesem Grund haben wir einen Antrag eingereicht und fordern darin, dass die Stadtverwaltung das Vorhaben zurückstellt. Unserer Ansicht nach bietet die Vielfalt der deutschen Sprache genug Möglichkeiten, um Wertschätzung gegenüber allen Geschlechtern zum Ausdruck zu bringen. Dafür müssen wir das Rad nicht neu erfinden oder gar einen übereilten Karlsruher Sonderweg einschlagen“, so Hofmann abschließend.