Kaiserstraße wieder zur Flaniermeile machen

CDU-Fraktion spricht sich für Regulierung des Verkehrs in der Fußgängerzone aus

„Es hätte so schön sein können! Die Freude war anfangs groß, als die Kaiserstraße mit der Eröffnung der Kombilösung wieder den Fußgängerinnen und Fußgängern überlassen werden konnte“, meint Stadträtin Karin Wiedemann. „Zwar sind die Straßenbahnen aus dem öffentlichen Bild der Fußgängerzone verschwunden. Trotzdem muss man den Blick immer noch nach rechts und links wenden, wenn man die Straße überqueren will. Denn den freigewordenen Raum machen sich nun auch Fahrradfahrerinnen und -fahrer sowie Fahrzeuge aller Art zu eigen. Das kann nicht sein.“

„Wir müssen zwischen berechtigten und unberechtigten Verkehrsteilnehmerinnen und teilnehmern unterscheiden“, ergänzt Stadtrat Tilman Pfannkuch. „Uns ist wichtig, dass der Liefer- und Rettungsverkehr freie Fahrt hat. Ebenso sollten Taxen und Fahrdienste mobilitätseingeschränkte Menschen zu Arztpraxen oder Apotheken befördern können. Ihre Teilhabe am gesellschaftlichen Leben wollen wir nicht einschränken. Daher haben wir ihre Berechtigung 2020 per Antrag in die Sondernutzungsordnung schreiben lassen. Doch alle anderen haben in einer Fußgängerzone nichts verloren. Vor allem ist die Kaiserstraße weder Schnellradweg noch Parkplatz.“

„Aus diesem Grund beantragen wir im Gemeinderat, dass die Stadt ein Zufahrtsverhinderungssystem installiert, das zwischen berechtigten und unberechtigten Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmern unterscheidet. Viele europäische Großstädte haben da schon innovative Konzepte gefunden, allen voran Kopenhagen“, meint stellvertretender Fraktionsvorsitzender Dirk Müller. „Zudem ist der Zeitpunkt äußerst günstig. Da die Straßenbahngleise in der Kaiserstraße bald entfernt werden, bietet es sich an, bei den Planungen zum Beispiel auch an ein Poller- oder Schrankensystem zu denken. Hier erwarten wir pragmatische Vorschläge durch die Stadtverwaltung. Bis es soweit ist, sollte die Stadt die Kontrollen in der Fußgängerzone verstärken. Auch das haben wir beantragt. Unserer Ansicht kann es dann gelingen, die Fußgängerzone schnellstmöglich wieder ihrem eigentlichen Bestimmungszweck zuzuführen: eine Flaniermeile für Fußgängerinnen und Fußgänger.“