Nullwachstum umkehren und Gewerbeflächen ausweisen

CDU-Fraktion reicht interfraktionellen Änderungsantrag ein

„Das Ergebnis zu Gegenwart und Zukunft von Gewerbeflächen in Karlsruhe ist besorgniserregend“, meint Stadtrat Tilman Pfannkuch mit Blick auf die Gewerbeflächen-Bedarfsanalyse, die die Stadt Karlsruhe im vergangenen Jahr in Auftrag gegeben hat. „Der bis 2035 prognostizierte Bedarf an Gewerbeflächen kann nicht einmal annähernd gedeckt werden. Damit nicht genug: wenn wir den durchschnittlichen Jahresbedarf neuer Gewerbeflächen hinzunehmen, wird Karlsruhe schon 2023 an seine Grenzen stoßen. Spätestens 2035 fehlen uns Gewerbeflächen, die so groß sind wie fünfzig Karlsruher Marktplätze.“

„Trotz der alarmierenden Situation fordert die linke Mehrheit im Gemeinderat, dass Karlsruhe am liebsten auf diesem Status quo verharren sollte“, ergänzt Stadtrat Thorsten Ehlgötz. „Wenn es nach den Vorstellungen der Grünen geht, sollen Abläufe weiter verlangsamt und neue Flächen getreu der Netto-Null ausschließlich gegen vorhandene Flächen getauscht werden. Das geforderte Nullwachstum können wir als CDU-Fraktion nicht akzeptieren: es gefährdet die Zukunftsfähigkeit unseres Wirtschaftsstandorts und die Sicherheit von Arbeitsplätzen. Darüber hinaus riskieren wir weitere Abwanderungen. Die Weiterentwicklung unserer Stadt ist wichtig. Nicht zuletzt generiert eine funktionierende Wirtschaft Steuereinnahmen, die der städtische Haushalt so dringend benötigt.“

„Aus diesem Grund haben wir uns mit den Fraktionen von FW|FÜR und FDP zusammengesetzt und einen Änderungsantrag eingereicht“, äußert sich Stadträtin Bettina Meier-Augenstein. „Gemeinsam fordern wir, dass der bislang eingeschlagene Weg zur Weiterentwicklung von Gewerbeflächen fortgesetzt wird. Um den Bedarf an Flächen zu decken, dürfen wir nicht davor zurückschrecken, neue Flächen unter Berücksichtigung von ökologischen Aspekten in einem ausgewogenen und erforderlichen Maß auszuweisen.“