Schulessen - Ausreden machen Kinder nicht gesünder

CDU-Fraktion reagiert skeptisch auf Verwaltungsantwort

„Wenn Gerichte wie Pfannkuchen mit Vanillesoße oder Milchreis mit Zimt und Zucker auf dem Speiseplan stehen, fragen wir uns schon, wie das mit den Qualitätsansprüchen der Stadt zusammenpasst”, kommentiert Fraktionsvorsitzender Detlef Hofmann. „Wer die Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) wie eine Monstranz vor sich herträgt, muss auch transparent nachweisen können, dass diese Standards eingehalten werden. Das passiert aus unserer Sicht bisher nicht.“

„Noch weniger nachvollziehbar ist für uns die Aussage, gesunde Ernährung zu vermitteln, sei in erster Linie Aufgabe von Lehrkräften und Erziehern“, ergänzt Stadtrat Nicolas Schütz. „Unsere Lehrer und Erzieher haben bereits heute alle Hände voll zu tun. Sie sind keine Ernährungsexperten und haben im Alltag weder die Zeit noch die Möglichkeit, Defizite eines schlechten Essensangebots auszugleichen. Das Problem muss dort gelöst werden, wo es entsteht – bei der Qualität des Essens und nicht im Klassenzimmer. Mit unserem Antrag fordern wir deshalb klare Antworten: Wer kontrolliert die DGE-Standards? Wie wird die Qualität überprüft? Und woran macht die Stadt ihre behauptete ‚hohe Akzeptanz‘ des Essens bei Kindern eigentlich fest? Denn wenn wir uns die bisherigen Teilnahmequoten von 8 bis 10 Prozent anschauen, ist doch klar: Kinder holen sich offensichtlich lieber einen Döner oder eine Tüte Chips statt in die eigene Mensa zu gehen.“

„Eines kommt hinzu: Leider ist die Schule heute oftmals noch der einzige Ort, an dem Kinder in Berührung mit gesundem Essen kommen könnten. Daher müssen wir beim Schulessen einfach besser werden. Denn für uns haben Kinder ein Recht auf gutes und gesundes Essen – nicht nur auf schöne Formulierungen in einer Stellungnahme“, so Hofmann abschließend.