Zentrale Anlaufstelle Migration-Integration

Antrag

  1. Die Verwaltung erstellt ein Konzept für die Einrichtung einer zentralen Anlaufstelle, in der integrationsspezifische Aufgaben und Leistungen gebündelt werden und neu Zugezogene an einem zentral gelegenen, leicht zugänglichen und im Stadtbild präsenten Ort alle für sie wichtigen Informationen erhalten.
  2. Die Verwaltung prüft, welche Maßnahmen zu ergreifen sind, um Serviceleistungen verschiedener für die Integration relevanter Ämter und Bürgerdienste wie z.B. Ausländerbehörde, Büro für Integration, Arbeitsagentur, Jobcenter etc. unter einem Dach anzubieten. Das Konzept wird dem Sozialausschuss sowie dem Migrationsbeirat (AK Migrationsbeirat) zur weiteren Beratung vorgelegt.

Sachverhalt/Begründung

Um neuzugewanderten Menschen eine schnelle und zugleich kontinuierlich umfassende Integration zu ermöglichen, braucht es zusätzlich zur Willkommenskultur auch gut funktionierende Willkommensstrukturen. Dazu gehört auch, dass möglichst alle relevanten Informationen und Angebote zu Themen wie u.a. Anmelden, Sprachförderung, Bildung, Arbeit und Freizeit schnell, ohne Reibungsverluste und vor allem niederschwellig zugänglich sind.

Zwischen Anmelden und Sich-Einleben liegt häufig eine unnötig zeitaufwendige und umfangreiche Informationssuche. Dadurch bleiben viele der in Karlsruhe erfreulicherweise bereits etablierten Sprachförderungs- und Qualifizierungsangebote unbekannt und berufliche wie auch soziale Teilhabechancen werden nicht entsprechend genutzt. Um den Zugang zu erleichtern, braucht es eine Strategie der kurzen Wege, die es den Ankommenden ermöglicht, möglichst viele Bedarfe „unter einem Dach“ zu decken, z.B. ausländerrechtliche Fragen, aber auch den Wunsch nach sozialen Kontakten. Wir möchten, dass diese Anlaufstelle zu einem sichtbaren, im Stadtbild präsenten Aushängeschild für die in Karlsruhe gelebte Willkommenskultur wird. Daher messen wir einem zentralen und leicht zugänglichen Standort dieser künftigen Einrichtung einen hohen Wert bei.

Der Wunsch nach einer zentralen Anlaufstelle wurde in der letzten Zeit vielfach geäußert, so Anfang Dezember im Rahmen des Workshops zur städtischen Internationalisierungsstrategie, aber auch in einem BNN-Artikel als Vision der Integrationsbeauftragten Meri Uhlig. Ein sogenanntes Willkommenshaus als Ergänzung bzw. logische Konsequenz zu der seit 2018 bestehenden webbasierten Informationsplattform AniKa „Ankommen in Karlsruhe“, die helfen soll, den „Karlsruher Integrationsweg“ zu etablieren.

Eine zentrale Rolle soll der Ausländerbehörde zukommen, die als service- und kundenorientierte Willkommensbehörde unterstützt und aktiv in die kommunale Integrationspolitik eingebunden werden muss, um Teilhabechancen zu ermöglichen.

In Freiburg wird Neuzugewanderten mit der Bündelung von Kompetenzen im Amt für Migration und Integration sehr erfolgreich ein Service aus einer Hand geboten. Dies umfasst dort die Dienstleistungen der Ausländer- und Staatsangehörigkeitsrechtsabteilung, der Sozialdienste, des Integrationsmanagements, der Wohnraumverwaltungen und des Leistungsbezugs. Im Freiburger Amt für Migration und Integration werden auch Maßnahmen und Projekte im Bereich der Integration umgesetzt.

Wenn alle Akteur*innen der Integrationsarbeit eng und konstruktiv zum Nutzen der Beteiligten zusammenarbeiten und Synergieeffekte zielführend nutzen, kann Integration als Querschnittsaufgabe in einem weltoffenen und solidarischen Karlsruhe gelingen.

Unterzeichnet von:

Dr. Iris Sardarabady, Verena Anlauf, Benjamin Bauer, Renate Rastätter Aljoscha Löffler, Niko Riebel,

Christine Großmann, Michael Borner

Der Antrag wurde bei der Gemeinderatssitzung vom 18. Februar 2020 beraten.
Stellungnahme der Stadtverwaltung und Protokoll

Eine ergänzende Anfrage finden Sie hier: Sachstand Willkommensstruktur in Karlsruhe

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