Die Sanierung unseres Staatstheaters

Der Gemeinderat hat mit großer Mehrheit die Sanierung des Badischen Staatstheaters beschlossen. Auch wir Grünen haben dem Vorhaben zugestimmt. Diese Entscheidung haben wir lange abgewogen und uns als Fraktion nicht leicht gemacht. Denn das Projekt wird uns in den nächsten zwölf Jahren begleiten und unseren städtischen Haushalt mit voraussichtlich 290 Mio. Euro belasten. Eine Summe, die gerade in Corona-Zeiten sehr hoch erscheint und gründlich durchdacht sein muss.

Wieso ist die Sanierung
notwendig?

Die Bauplanungen des Badischen Staatstheaters am Ettlinger Tor stammen aus den 1960er Jahren. Schon damals wurde an allen Enden gespart, um das Bauprojekt günstig zu realisieren. Die Räume ermöglichen schon lange kein gutes Arbeitsumfeld mehr und verstoßen gegen das aktuelle Arbeitsrecht. Dazu kommt, dass es erhebliche Brandschutzmängel im Theater gibt. Diese müssen beseitigt werden, da eine Schließung des Betriebs sonst nicht ausgeschlossen werden kann. Auch weitere Gründe sprechen für die Sanierung, etwa die veraltete Technik, für die keine Ersatzteile mehr existieren, und ein geringer energetischer Standard.

Ein Großprojekt
wie jedes andere?

Wenn wir an Großprojekte der öffentlichen Hand denken, dann gibt es häufig eine Steigerung der Baukosten über den Planungszeitraum: Für komplexe Sonderbauten wie ein individuell geplantes Theatergebäude aus der Nachkriegszeit gibt es einfach keine belastbaren Vergleichswerte. Eine erste Kostenschätzung weicht daher oft erheblich von der tatsächlichen detailliert geplanten Bausumme ab. Die aktuelle Schätzung enthält einen Risikopuffer von knapp 25 %. Im Gegensatz zu neuen Großprojekten wie der Kombilösung oder der Neuen Messe, die wir Grüne immer kritisch gesehen haben, sehen wir eine dringende Handlungsnotwendigkeit für eine Sanierung des bestehenden Theaters: Das Gebäude existiert bereits und es besteht eine hohe Verantwortung für die knapp 750 Angestellten.

Bleibt dann noch Geld
für andere Investitionen?

Gemeinsam mit dem Land wurde ein für die Stadt tragbarer Finanzierungsplan ausgearbeitet. So sind die jährlichen Rückzahlungen der Stadt auf maximal 20 Mio. Euro pro Jahr beschränkt. Damit bleiben im Investitionsbudget der Stadt noch immer mehr als jährlich 200 Mio. Euro für andere Projekte: Schulen, Sporthallen und den Klimaschutz. Besonders wichtig für unsere Entscheidung war uns die Aussage des Oberbürgermeisters, dass das Karlsruher Klimaschutzkonzept und die damit zusammenhängenden Investitionen durch den Theaterumbau nicht gefährdet sind.

Durch die Sanierung des Theaters sollen deutliche Einsparungen des Theaters im laufenden Betrieb zustande kommen, durch Energieeinsparung, weniger Aufwand durch kürzere Wege, keine Kosten für externe Unterbringung. Diese betragen nach der Fertigstellung weit mehr als eine Million Euro im Jahr.

Unsere Kulturlandschaft
für die Zukunft aufstellen

Mit der Sanierung und Erweiterung des Staatstheaters schaffen wir die richtige Grundlage für den Theaterbetrieb in den nächsten Jahrzehnten. Auch hat die Sanierung viele Vorteile im Betrieb – so kann z.B. endlich das Jugendtheater ins Haupthaus integriert werden. Der Theaterbau im Herzen unserer Innenstadt soll geöffnet und gemeinsam mit dem Vorplatz umgestaltet werden. Damit entsteht ein hochwertiger neuer Aufenthaltsraum für alle Karlsruher Bürger*innen.

Zoe Mayer, Fraktionsvorsitzende

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