Flake wird 1880 in Metz geboren und wächst in Colmar auf. Schon früh denkt er - wie René Schickele - über das »elsässische Problem« nach, und wie dieser ist er von der Zusammengehörigkeit beider Nationen, Frankreich und Deutschland, überzeugt. 1902 gibt er zusammen mit René Schickele und Ernst Stadler die Zeitschrift Der Stürmer heraus, 1903 zusammen mit Schickele den Merker. Nach 1910 erscheinen mehrere expressionistisch erzählende Werke. 1918 schließt sich Flake in Zürich den Dadaisten an, im Jahr darauf gibt er mit Walter Serner und Tristan Tzara die letzte Publikation des Züricher Dada, Der Zeltweg, heraus. 1920 erscheint mit seinem Roman Nein und Ja ein Schlüsselroman über den Dadismus.
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Nach 1933 wendet sich Flake in der »inneren Emigration« verstärkt historischen Stoffen und der Tradition des bürgerlichen Bildungs- und Erziehungsromans zu. Die oberrheinische und vor allem die badische Landschaft ist häufig Schauplatz dieser Werke. Otto Flakes erzählendes Werk wird während der Weimarer Republik neben dem der Brüder Mann, Hesses und Döblins zu den Großen der Zeit gerechnet, Kurt Tucholsky nennt Flake, der unter anderem in der Weltbühne publizierte, den »bedeutendsten deutschen Essayisten neben Heinrich Mann«. Dennoch ist sein umfangreiches Werk, das nach 1945 weitgehend in Vergessenheit gerät, bis heute kaum erforscht. »Schon in den ersten Tagen, nachdem ich mich in Baden-Baden niedergelassen hatte (es war im Jahre 28), sprach mich die Bauart bestimmter Stadtteile merkwürdig heimlich, heimatlich an. Diese heiteren Häuser in der Luisenstraße, diese weiße Front mit Holzläden und Balkonen konnte nur auf einen Franzosen zurückgehen, nur auf den Stil, worin man um 1850, 1860 die Bürgerhäuser von Paris baute.«
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