Martin Opitz (1597-1639)
Einer der wichtigsten Reformer auf dem Gebiet der Poetik ist der 1597 im schlesischen Bunzlau geborene Martin Opitz. Im Juni 1619 geht Opitz nach Heidelberg. Dort erfährt er im Umkreis der zahlreichen Humanisten wichtige Anregungen für den Versuch einer deutschen Literaturreform. Martin Opitz
1624 entsteht das Buch von der deutschen Poeterey als erste deutsche Poetik überhaupt, die sich bald nach der Veröffentlichung zum maßgeblichen Regelwerk der deutschen Dichtkunst entwickelt. Neben einer Vers- und Gattungslehre enthält sie die deutliche Rechtfertigung, die deutsche Sprache als gleichberechtigte Literatursprache anzuerkennen.
Im dritten Kapitel heißt es: »Von dieser Deutschen Poeterey nun zue reden / sollen wir nicht vermeinen / das vnser Land vnter so einer rawen vnd vngeschlachten Lufft liege / das es nicht eben dergleichen zue der Peseie tüchtige ingenia könne tragen / als jergendt ein anderer ort vnter der Sonnen.« In seiner Lyrik hat Opitz die Forderung seiner Poetik - die Übereinstimmung von Wortbetonung und Versbetonung - illustriert und die rhythmische Holprigkeit des älteren Knittelverses überwunden. Als Entsprechung zum antiken Hexameter verwendet er den Alexandriner, der zum bestimmenden Vers der Barockdichtung wird.