| Martin Opitz (1597-1639) | |
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1624 entsteht das Buch von der deutschen Poeterey als erste deutsche Poetik überhaupt, die sich bald nach der Veröffentlichung zum maßgeblichen Regelwerk der deutschen Dichtkunst entwickelt. Neben einer Vers- und Gattungslehre enthält sie die deutliche Rechtfertigung, die deutsche Sprache als gleichberechtigte Literatursprache anzuerkennen.
Im dritten Kapitel heißt es: »Von dieser Deutschen Poeterey nun zue reden / sollen wir nicht vermeinen / das vnser Land vnter so einer rawen vnd vngeschlachten Lufft liege / das es nicht eben dergleichen zue der Peseie tüchtige ingenia könne tragen / als jergendt ein anderer ort vnter der Sonnen.« In seiner Lyrik hat Opitz die Forderung seiner Poetik - die Übereinstimmung von Wortbetonung und Versbetonung - illustriert und die rhythmische Holprigkeit des älteren Knittelverses überwunden. Als Entsprechung zum antiken Hexameter verwendet er den Alexandriner, der zum bestimmenden Vers der Barockdichtung wird. |
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