Mainzer Republik
Mit der Mainzer Republik von 1792 beginnt der schwierige Versuch, die Errungenschaften der Revolution auf Deutschland zu übertragen, der aber an der mangelnden Unterstützung der Bevölkerung scheitert. Der Schriftsteller Georg Forster, Vizepräsident der provisorischen Administration und Mitglied des von Frankreich protegierten Jakobinerclubs (5), gelangt zu der Einsicht, daß das deutsche Volk zu einer Revolution noch nicht reif ist, und plädiert für eine Angliederung des Rheinlands an Frankreich.

Der Freiheitsbaum wird zum Symbol der Revolution. Die Mainzer Bürger werden durch folgenden öffentlichen, von Johann Georg Forster verfaßten Anschlag zur Pflanzung des Freiheitsbaums eingeladen: »Sonntag den 13ten Jänner um 2 Uhr Nachmittags, pflanzen diejenigen Eurer Mitbürger, die der Freyheit und Gleichheit ewig treu bleiben und für diese Kleinode der Menschheit leben und sterben wollen, den Freyheitsbaum! Nehmt Theil an den Empfindungen, an der Begeisterung, an der Freude Eurer Mitbürger, feyert den frohen Tag in Eintracht und Fröhlichkeit. Es ist der erste Tag eueres neuen Lebens. In Namen vieler Freunde und, der Freyheit und Gleichheit, ladet Euch hierzu ein, Euer Mitbürger Forster.«
Freiheitsbaum zu Mainz 1793