Aktuelle Projekte und Workshops









Literarische Projekte für Kinder und Jugendliche sowie Workshops zum kreativen Schreiben vermitteln Schreib- und Sprachkompetenz. Im Mittelpunkt steht der Spaß am Umgang mit Sprache.Über aktuelle Projekte halten wir Sie hier auf dem Laufenden.

Freitag, 6. Mai – Sonntag, 8. Mai 2022 | 14-17.30 Uhr
„Fassadenlyrik – Wenn Poetry-Slam auf Graffiti trifft“

















Wusstet ihr, dass die ersten „Graffitis“ bereits im Alten Ägypten in Tempeln, Gräbern und auf Felswänden entstanden? Heute ist es eine coole Street-Art Kunst. Wenn ihr erfahren wollt, wie ihr euer eigenes Stencil erstellen könnt, dann seid ihr bei uns genau richtig. Bei uns steht der Spaß ganz klar im Vordergrund. Spielerisch und mit vielen kreativen Ideen und Anregungen, gestalten wir zusammen Wände, Leinwände und alles, was sich gut gestalten lässt. Und das Beste: wir bringen zwei Kunstformen zusammen, die es so noch nicht gab – kurzum: Fassadenlyrik. Mit Philipp habt ihr einen erfahrenen Poetry-Slammer an eurer Seite, der mit euch Live-Literatur ausprobieren und weiterentwickeln wird. Wir erschaffen eigene Gedichte, Kurzgeschichten, Monologe und Raps und bringen diese auf die Leinwand – bis es knistert und knallt, mal leise, mal laut, erzählt oder gereimt oder politisch, albern, nachdenklich oder von Herzen. In jedem von uns steckt ein Künstler, probiert es aus und meldet euch an!

Alter: 12-16 Jahre
Workshop geleitet von: Philipp, Stephan und Jonas
ANMELDUNGEN an: veranstaltungen@literaturmuseum.de

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Freitag, 13. Mai – Samstag, 14. Mai 2022 | 14-18 Uhr
„Die Poppets verspielen Worte – und ihr steigt dahinter!“
Der Workshop muss leider verschoben werden. Über einen Ersatztermin werden wir Sie zeitnah informieren.









Das Trash-Puppentheater „Die Poppets“ lädt ein zur offenen Bühne. Ein Blick hinter die Kulissen, Figurentheater von vorne und hinten, zum Mitlachen und selber Spielen. Denn Literatur heißt immer auch Figuren erfinden, Charaktere gestalten. Warum können märchenhafte Tiere wie selbstverständlich sprechen? Wie können sich wuselige Wesen wandeln und verzaubern? Wodurch erlangen Geschöpfe fabelhafte Fähigkeiten? Weil im Figurenspiel das alles möglich ist oder wir lassen die Kuh fliegen, natürlich echt.
Denn vieles was wir uns ausdenken können, lässt sich im Puppenspiel für den Zuschauer verwirklichen.
Workshop: Wir bauen und gestalten einfache Klappmaulfiguren, probieren Rollen, experimentieren mit Sprache und Stimme, finden Themen und spielen drauflos. Denn Puppenspiel ist lebendige Literatur: es erzählt immer von dem, was sein könnte.

Alter: 8-12 Jahre
Workshop geleitet von: „Die Poppets“, Markus Stiefel Dürr & Gunzi Heil
ANMELDUNGEN an: veranstaltungen@literaturmuseum.de

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Samstag, 21. Mai – Sonntag, 22. Mai 2022 | 10-16 Uhr | von 10-13 Jahren
„Unsere Geschichte(n) auf die Bühne!“













Theater ist eine Erfindungskunst – und ihr seid die Erfinder*innen! Die Literarische Gesellschaft Karlsruhe lädt Menschen im Alter von 10 bis 13 Jahre ein, spielerisch kleine eigene Texte zu schreiben und auf die Bühne zu bringen.
In dem zweitägigen Workshop werden zu einem selbstgefundenen Thema, Texte verfasst, Szenen improvisiert, gestaltet und vor einem Publikum präsentiert.
Alle die Lust haben eigene Geschichten zu verfassen ODER Theater zu spielen ODER beides sind hier genau richtig!

Alter: 8-12 Jahre
Workshop geleitet von: Nicole Hallschmid
ANMELDUNGEN an: veranstaltungen@literaturmuseum.de

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Der Workshop muss leider verschoben werden. Über einen Ersatztermin werden wir Sie zeitnah informieren.
Donnerstag, 9. Juni – Freitag, 10. Juni 2022 | 12-16 Uhr
„Du hast eine Meinung oder Geschichte, die gehört werden sollte?“














Dann bist du in diesem Workshop genau richtig! Hier dreht sich alles um deine Gedanken, deine Geschichten und deine Kreativität. Poetry-Slam ist ein Dichter- und Dichterinnen-Wettstreit, aber du musst nicht der nächste Goethe oder die nächste Gomringer sein, um mitmachen zu können! Hier sind alle willkommen, die Freude oder Interesse daran haben zu schreiben – ganz egal, ob Prosa, Lyrik oder eine Mischung aus beidem. Slam Texte können ernst, lustig oder politisch sein – wichtig ist dabei nur, dass sie von euch geschrieben sind und das Zeitlimit von maximal sechs Minuten nicht überschreiten.
Du denkst jetzt direkt an deinen Deutschunterricht? Nicht ganz: Dieser Workshop bietet dir zwar viele Schreibimpulse und Ideen, aber du hast kein vorgegebenes Thema. Da wir hier keine Romane schreiben, kannst du dich ausprobieren, mit anderen Schreibenden sprechen und hören, was sie bewegt. Außerdem liest du deine selbstgeschriebenen Texte nicht einfach vor, sondern wirst sie richtig performen können. Wenn du dich noch nicht ganz traust, auf eine Bühne zu gehen, ist das kein Problem, denn: Es gibt da ein paar Geheimtipps, wie du das Lampenfieber überwinden kannst ...
Neugierig geworden? Dann schau doch gerne vorbei!

Alter: 12-16 Jahre
Workshop geleitet von: Natalie Friedrich
ANMELDUNGEN an: veranstaltungen@literaturmuseum.de

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Donnerstag, 14. Juli – Freitag, 15. Juli 2022 | 14.30-17 Uhr
„Auf den Spuren von Karla Kolumna. Interview-Workshop für rasende Reporter*innen von morgen“














Fragen, hören, führen: Du möchtest die nächste Karla Kolumna werden oder zumindest wissen, welche Faustregeln für ein erfolgreiches Interview gelten? Oder doch beides erfahren? Dann bist du hier genau richtig. Zusammen im Team erarbeitet ihr Interviewfragen, hört euch gegenseitig zu (eine der Grundregeln für ein erfolgreiches Interview!) und entlockt dabei das ein oder andere Spannende eurem Interviewpartner. Blickt hinter die Kulissen und seid neugierig!

Alter: 12-16 Jahre
Workshop geleitet von: Tobias Markowitsch
ANMELDUNGEN an: veranstaltungen@literaturmuseum.de

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Montag, 25. Juli – Dienstag, 26. Juli 2022 | 15-18 Uhr
„Die Schreibwerkstatt für junge kreative Köpfe“












Ihr habt Lust zu schreiben? Über eigene Erlebnisse, Erfundenes, Fantastisches, Verrücktes, Schönes und Spannendes? Bei der Schreibwerkstatt mit dem international erfolgreichen Autor Markus Orths werden in kleineren Übungen Texte entstehen, über die alle gemeinsam sprechen können. Wir werden viel ausprobieren, und ihr werdet eine Menge Anregungen und Hintergründe zum Schreiben kennenlernen. Die Schreibwerkstatt der Literarischen Gesellschaft fördert junge kreative Köpfe, die sich literarisch ausprobieren möchten.

Alter: 12-16 Jahre
Workshop geleitet von: Markus Orths
ANMELDUNGEN an: veranstaltungen@literaturmuseum.de

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Archiv Workshops

Ergebnisse von Schreiben ohne Barrieren – die digitale Schreibwerkstatt der Literarischen Gesellschaft für junge kreative Köpfe mit Markus Orths




















Ob Schreibtisch oder Couch – interessierte Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 14 bis 22 Jahren loggten sich an den Workshoptagen bequem in den virtuellen Raum ein und schon waren sie live und interaktiv in unserer digitalen, von Markus Orths angeleiteten Schreibwerkstatt. Mit Blick auf Inklusion und die aktuellen Corona-Beschränkungen sollte 2021 ein barrierefreier Online-Workshop jungen Menschen einen einfachen, flexiblen Zugang zu Hinweisen, Impulsen, Textdiskussionen und gemeinsamen Schreibübungen ermöglichen. „Schreiben ohne Barrieren – die digitale Schreibwerkstatt der Literarischen Gesellschaft für junge kreative-Köpfe mit Markus Orths“ fand, neben einem realen Treffen im Literaturhaus im PrinzMaxPalais, an fünf Online-Terminen im Zeitraum von Oktober bis Dezember 2021, jeweils von 16 bis 18 Uhr, statt. Bei den Übungen entstanden gemeinsame Texte (Cut Ups, dadaistische Gedichte) und eigene literarische Beiträge.

„Dass dieser Workshop angeboten wurde, fand ich hervorragend und ich möchte mich nochmal bei Ihnen für die Organisation und Ihre Hilfsbereitschaft bedanken“ (Teilnehmerin des Schreibworkshops).























































































Schreiben ist

Rosa: Momentaufnahmen zusammensetzen.

Hiba: Kreativität, Kompensation, Kunst, Kinder zum Lächeln bringen.

Jana: Gedanken ausdrücken und weitere Ideen bekommen.

Max: das Festhalten von Gedanken.

Dorina: eine Reise durch das eigene Ich, durch die man sich selbst besser und neu kennen lernt.



Ein dadaistisches Gedicht
Von Rosa, Hiba, Maximilian, Dorina, Jana, Markus

Tausenderbeträge
Paranoia Wald-Nachtvorstellung
Sekunden nach: überzeugt
schien fehle Knie
mit-schneidet Stifte
Auslagenscheibe: Abfuhr
schließlich verzog Blickkontakt
herausfinden, dann aß ausdruckslos: Geschichte
Tasche tyrannisch Badewannenrand!
Reifen-Existenz? – rot
Name? – Brust
Welt? – naht
Vertrauen? – kann

Es wurden wahllos und komplett zufällig (Finger auf die Seite irgendeines Buches und auf ein Wort getippt) je 5 Wörter aus einem Buch genommen und aufgeschrieben und gefaltet und dann in zufälliger Reihenfolge gezogen und aufgeschrieben.


Augenhöhlen
Er grub Höhlen in ihre Augen, während sie schlief, jede Nacht ein Stückchen tiefer. Als er mit den Augen fertig war, als er sie ganz und gar ausgehöhlt hatte, als sie nur noch schwarze Löcher waren, da grub er sich durch Haut und Haare; durch Arterien und Adern; durch Augenschatten und Schulterblätter. Er schlug sämtliche Bodenschätze aus ihr heraus, er spaltete ihre Rippen, ihr Schlüsselbein blätterte ab, als wäre es rostig geworden. Er bog ihre Wirbelsäule, bis sie brach.

Tag für Tag wurde sie löchriger und durchlässiger, sie fror auch schneller, schließlich war sie nur noch ein blasser Strich. Wenn sie das, was von ihrem Körper übriggeblieben war, zum Einkaufen oder in den Park schleppte, dann hätte sie schwören können, dass die Anderen ihre Löcher bemerkten, dass sie auf ihre leeren Augenhöhlen und die Gräben zwischen ihren Schultern zeigten, dass sie in ihnen stocherten. Das tat weh, als würde jemand im wahrsten Sinne des Wortes den Finger in eine Wunde legen, sowieso wogen die Gräben in ihr schwer und bereiteten ihr Schmerzen, obwohl er ihr immer wieder versichert hatte, dass die Löcher in ihr luftleerer Raum seien, der niemandem gehöre.

Selten sah sie andere Frauen, die die gleichen Löcher auf ihren Körpern trugen, auf den ersten Blick wirkten sie manchmal wie blaue Flecken. Manche verdeckten sie mit Halstüchern; andere trugen sie mit einem Stolz, den sie für unangemessen hielt. Bei diesen Frauen war sie sich manchmal sogar fast sicher, dass sie sich ihre Löcher selbst in die Haut geschlagen oder geritzt hatten, um besser in ein Kleid zu passen oder den Blick eines fremden Mannes.

Tagsüber demonstrierte sie ihr Rückgrat, das er bisher noch nicht hatte brechen können, ihre Fähigkeit, trotz der löchrigen Haut, trotz der fehlenden Organe aufrecht zu stehen. Sie hielt ihre Teile gut beisammen, in der Regel, nur einmal, an einem Tag, an dem sie ganz besonders müde gewesen war, hatte sie ihren Ringfinger auf dem Heimweg aus Versehen fallen gelassen, aber er hatte sowieso nur noch an einer dünnen Sehne gehangen und sicher würde sich eine Taube oder ein Kind über das Fundstück freuen. Sie fand raffiniert gebundene Kleider, aufwändig geknotete Schals und Tücher, mit denen sie fast all ihre Gräben verdecken konnte, die aufgerissenen Stellen im Gesicht überschminkte sie gekonnt.

Nachts konnte sie kaum mehr schlafen, die Angst davor, welches ihrer Körperteile morgen fehlen würde, hielt sie wach. Die Augenringe fraßen sich immer tiefer in ihre blasse Haut, sodass es ihm immer leichter fiel, in ihrem Gesicht zu wühlen, sobald sie eingeschlafen war. Er nahm ihre Pupille und ihre Schläfen, nach und nach, Stück für Stück, und die Menschen auf der Straße wunderten sich nur darüber, warum ihr Gesicht so maskenartig geworden war in letzter Zeit und warum sie seit Neustem so gebückt ging. Bedauernswert, sagten sie hinter ihrem Rücken, sie war doch so eine hübsche junge Frau; so jung und schon so kaputt, flüsterten sie und schüttelten bloß die Köpfe.

Am letzten Morgen verschwamm das Schlafzimmer vor ihren Augen. Sobald sie die Hälfte ihres Fußes auf den Teppichboden gesetzt hatte, spürte sie ein Gewicht zwischen Rippen und Zwerchfell, das viel zu schwer war für ihre schwach gewordenen Beine, aus denen die Kniescheibe herausgeschlagen worden war und in denen auch sonst alles nur noch von losen Bändern zusammengehalten wurde. Es fühlte sich an, als sei zwischen ihren Organen ein Stück Metall eingeschmolzen worden. Sie legte ihren gezeichneten Körper behutsam auf den gemusterten Teppich, sie bleib den ganzen Tag dort liegen und zählte die Schimmelflecken an der Decke. Es waren mehr als die Summe aller Teile, die von ihr übrig geblieben waren. Als er sie gegen neun Uhr abends auf dem Boden liegend fand, berichtete er ihr stolz, dass er letzte Nacht ein Stück Gold in ihrem Beckenboden vergraben habe, um ihr zu beweisen, wie wichtig sie ihm sei, sie solle ihm doch dankbar sein, es sei immerhin das Wertvollste, was er je besessen hatte, und alles, was sie entgegnen konnte, war: Aber es drückt auf meine Lunge; meine Bodenschätze haben besser in mich gepasst.



Celina: Ohne Titel

Emma verließ ihr Zimmer, um Glitzersteine zu holen, die wir zu-sätzlich auf unsere bemalten Schuhe kleben konnten. Ich hörte, wie sie die Treppe hinunter hastete. Wie sehr hatte ich es vermisst hier zu sein. Hier bei ihr. Die letzten Tage waren langweilig gewesen. Emma hatte mir nicht auf meine Nachrichten geantwortet und war nicht in der Schule gewesen. Umso schöner war es jetzt, dass sie sich heute bei mir gemeldet hatte und mich zu ihr eingeladen hat. Ich griff nach der Wasserflasche. Mein Ellenbogen streifte etwas, das vom Schreibtisch auf den Boden fiel. Sofort stellte ich die Wasser-flasche ab und lehnte mich über meinen Stuhl, um es aufzuheben. Es war ein Buch, das aufgeschlagen da lag. Ich erkannte die Schrift meiner Freundin. Ein Satz, der in großer Schrift in dem Buch stand, fiel mir in das Auge. Ich werde den Rest meines Lebens genießen, stand nach ei-nem langen Text dort geschrieben. Wie gelähmt verharrte ich in meiner Bewegung. Wieso schrieb Emma so etwas? Die Schritte meiner Freun-din auf der Treppe erlösten mich aus meiner Starre. Ich griff nach dem Buch und legte es an seinen Platz zurück. Die Tür schwang auf. „Ich habe welche“. Emma hatte eine Box in der Hand. Sie stellte diese auf dem Schreibtisch ab und öffnete sie. Hunderte Glitzersteine lagen da-rin. „Toll“, sagte ich, aber meine Gedanken waren nicht mehr bei unse-ren Schuhen, die wir hatten bekleben wollten. Sie kreisten nur noch um die Frage, warum meine Freundin so einen schlimmen Satz in ein Buch geschrieben hat, dass offensichtlich ihr Notizbuch sein musste. Dass sie solche Scherze machte, traute ich ihr nicht zu. Es könnte aber auch einfach ein Titel für eine ihrer Geschichten sein. „Denkst du, dass ich auf meine Schuhe auch Glitzersteine kleben sollte?“, fragte Emma. Ich nickte. „Und wohin?“, fragte sie. Ich zuckte mit den Schultern. „Alles okay bei dir?“. Meine Freundin sah mich prü-fend an. „Ja“, sagte ich. Emma zog die Augenbraue hoch. „Ich sehe dir an, dass etwas nicht in Ordnung ist. Was ist es?“. Ich wusste nicht, ob es eine gute Idee war Emma zu sagen, was ich gelesen hatte. Aber konnten Freundinnen einander nicht alles erzählen? „Ich habe dein Notizbuch aus Versehen runtergeworfen und naja… einen Satz gesehen, der… der mich beunruhigt hat“. Emma schloss die Augen. Ich sah, wie sie tief durchatmete. „Ich konnte es dir nicht sagen“. Sie öffnete die Augen. Sie waren ge-rötet. Einen Moment später weinte meine Freundin. In mir zog sich alles zusammen. Emmas Reaktion wies eindeutig darauf hin, dass der Satz nicht ohne Grund dastand. „Mir bleibt nicht mehr viel Zeit“, schluchzte Emma. Sie kaute auf ihrer Lippe. „Der Arzt hat gesagt, dass ich eine zu weit vorangeschrit-tene Leukämie habe“. Eine Pause entstand. „Man hat versucht, mir noch zu helfen, aber es ist unmöglich. Ich wurde aus dem Krankenhaus entlassen, um meine letzten Tage oder Wochen zu genießen“. Ich konnte nicht mehr. Es war zu viel. Heiße Tränen kullerten mei-ne Wangen hinab. Ich schlang meine Arme um Emma. Sie tat es mir gleich. Wir lagen uns gefühlt eine Ewigkeit in den Armen. „Ich konnte es dir nicht früher sagen, verstehst du das?“. Meine Freundin drückte mich fester. Ich antwortete nicht. Eine Welt brach gerade für mich zu-sammen. Wir hatten so viele Pläne für unsere Zukunft gemacht. Wir wollten in einer WG wohnen und unsere Freundschaft sollte nie zerbre-chen. Ich schluchzte laut auf. „Können wir meine letzte Zeit bitte ge-meinsam genießen?“, fragte Emma. Ein Laut, der „Ja“ heißen sollte kam aus meinem Mund. Emma ließ mich los. „Machen wir weiter?“. Ich nickte und widmete mich ganz langsam wieder meinen teilweise schon angemalten Schuhen. Die Stimmung zwischen uns wurde immer besser. Ich versuchte einfach nicht mehr an die Krankheit zu denken, während wir sangen, backten, auf dem Spielplatz alte Erinnerungen wieder hervorholten und zusammen lachten. Wir taten alle unseren Lieblingssachen. Da Emma und ich von der Schule befreit worden wa-ren, verbrachten wir die nächsten fünf Tage gemeinsam bei ihr zu Hau-se. Gerade tanzen wir durch die Wohnung, so, wie wir es, seit wir klein sind, immer gemacht haben. „Das sieht sehr toll aus“, sagte die Mutter meiner Freundin. Ihr Blick, während diesem Satz strahlte Sorge aus, obwohl sie lachte. Ich wusste, dass es jeden Moment vorbei sein konn-te. Jeden Tag in jedem Moment konnte das Unverhinderbare passieren. Ich atmete tief ein und ließ mir nichts anmerken. Ich hatte Emma ver-sprochen, die letzten Tage nur zu genießen. Ich hatte es tagsüber ge-schafft. Nachts in meinen Gedanken hatte ich mir die ganze Zeit aus-gemalt, wie es sein würde, wenn meine Freundin auf einmal zusam-menklappt und ihr Leben zu Ende ist. Wir drehten uns weiter zu meinem Lieblingssong durch das Wohn-zimmer. Kurz darauf geschah es. Emma hörte auf zu tanzen. Unsanft landete sie auf dem Boden. Ich rannte gleichzeitig mit ihrer Mutter los. Während mir innerlich das Herz zerbrach, kniete ich mich neben meine Freundin. Ich nahm ihre Hand und sah in ihre verschlossenen Augen. Das Bild wurde unscharf. Tränen fielen zum zweiten Mal heute auf mein T-Shirt und versanken im Stoff. Ich schlang meine Arme um Emma. „Ich werde dich niemals vergessen“, hauchte ich. Mein Lieblingssong, der noch immer lief, wurde zu dem Lied, das mich zukünftig immer an diesen Moment erinnern wird.


Jana: Flackernde Lichter

An, aus, an, aus, an noch einmal drückte er den Schalter - aus. Doch auch wenn er im Dunkeln saß, verschwanden die Worte nicht. Sie schwirrten in seinem Kopf. Er hatte das Gefühl, die Schmetterlinge wären vom in seinen Kopf gewandert, doch da konnte er sie nicht ge-brauchen. Wenn die Dunkelheit ihm nicht helfen konnte, musste er es selbst tun. Er ließ sich auf sein Sofa fallen und tastete nach seinem Handy. Er versuchte eine Nachricht zu schreiben, doch während des Schreibens merkte er, dass es nichts gab, was er Tobi jetzt sagen konn-te. Da es schon spät war, beschloss er zu Bett zu gehen, auch, wenn ihn sein Kopf dort weiter plagen würde.
„Elias, warte!“
Am nächsten Morgen, auf dem Weg zur Arbeit, war er so in Gedan-ken versunken, dass er Anna nicht bemerkt hatte.

Als sie endlich schnaufend vor ihm stand, kam sie gleich zum The-ma: „Hast du mit ihm geredet?“

Er senkte den Kopf, was für sie Antwort genug war.

„Och Elias, es ist schwer, ja, aber es wird nur schlimmer, wenn du es jetzt heraus zögerst.”

Das wusste er. Aber ihm fehlten die Worte.

Schließlich, nachdem sie eine Weile schweigend nebeneinanderher gelaufen waren, gab er zu, dass er Annas Hilfe brauchte, um mit Tobi zu sprechen.

„Ok“, meinte sie „aber dafür muss ich wissen, was du genau getan hast, ich verstehe nämlich immer noch nicht, was das Problem war.“

Was das Problem war? Das Problem war, dass er nicht gut vor Men-schen sprechen konnte. Das ist aber höchst problematisch, wenn man dann zustimmt, an einer Talkshow teilzunehmen. Vor vier Tagen war die Sendung ausgestrahlt worden. Er war noch nie im Fernsehen gewe-sen, er hatte noch nicht einmal vor Publikum geredet. Er hatte viel zu sagen, das war es nicht, denn es ging um sein erstes Album, dass seit Wochen auf Platz eins der Charts war. Es lief auch gut, bis zu dem Zeitpunkt, an dem es darum ging, wer den Song „Dreaming“ inspiriert habe. „Mein Freund Tobi“ hatte er wahrheitsgemäß gesagt.

Und da fing das Problem an.

Er merkte es erst am Abend, dass er schon zwei verpasste Anrufe von Tobi auf seinem Handy hatte. Tobi hatte das ganze Geschehen vor dem Fernseher verfolgt, da er so stolz auf Erik war. Doch auch seine Mutter hatte vor dem Fernseher gesessen und daran hatte Erik nicht gedacht. Sie waren noch nicht lange zusammen gewesen, weshalb Tobi seiner Mutter noch nichts von Erik erzählt hatte. Tobi hatte nie ge-wollt, dass ihre Beziehung in die Öffentlichkeit gerät, auch, wenn er es irgendwann seiner Mutter erzählt hätte. Erik hatte also mit seinem Satz sehr viel Unheil angerichtet.

Natürlich hatte er Tobi sofort angerufen, aber Tobi hatte nur den Hörer abgehoben und gesagt, er verstehe, dass Erik aus Nervosität et-was zu viel preisgegeben, dadurch aber ziemlich viel Chaos angerichtet habe. Dann hatte er Erik gesagt, er bräuchte gerade Abstand, um das Chaos zu ordnen. Tobi hatte aufgelegt und seitdem hatten sie kein Wort mehr gewechselt.

Das alles berichtete er Anna und alles, was sie darauf erst mal ant-worten konnte, war ein schwaches „Puh“, mehr nicht. Aber so weit war Erik auch schon gekommen, bis zu diesem „Puh“. Da sie bereits vor den Türen des „Lillifee“ standen, dem kleinen Café, in dem sie arbeite-ten, schlug Anna vor, auf dem Rückweg nochmal darüber zu sprechen, dann hatte sie auch genug Zeit, darüber nachzudenken.

Das Café war den ganzen Nachmittag lang voll und Erik war dank-bar für die Ablenkung. Trotzdem war er froh, als seine Schicht vorbei war. Er zog sich um und ging zur Tür, wo Anna schon auf ihn wartete.

„Ich glaube, es wäre das Beste, du würdest mit ihm reden. Es ist nicht einfach, aber wenn du willst, komme ich mit und warte vor Tobis Haus. Am besten wir gehen gleich hin und du redest mit ihm.“

„Jetzt gleich? Aber was soll ich denn sagen?“

„Dir fällt schon etwas ein“ sagte Anna und zog ihn am Ärmel, damit er hinter ihr herlief.

Als sie vor Tobis Haus standen und Erik auf die Holzkatze mit den leuchtenden Augen im Vorgarten starrte, wusste er immer noch nicht, was er hier genau sollte. Doch Anna schleppte ihn zur Haustür und klingelte, sodass Erik keine Möglichkeit mehr hatte zu fliehen. Anna hüpfte hinter einen kleinen Busch, um nicht gesehen zu werden.

Die Tür wurde geöffnet, er blickte in Augen, die aussahen wie To-bis, aber es waren nicht seine, vor Erik stand Tobis Mutter.

„Oh, du.“

„Ja, ich“

Das war noch schlimmer als Tobi gegenüberzustehen. Nervös trat Erik von einem Fuß auf den anderen und versuchte über den Kopf der Mutter hinweg in die Wohnung zu schauen.

„Ist Tobi da? Ich muss mal mit ihm reden.“ brachte er schließlich hervor.

„Tobi? Aber der ist doch bei dir.“

„Bei mir?“ Erik strich sich verdutzt durch seine blonden Locken. „Ich glaube, das ist der letzte Ort, an dem er gerade sein möchte.“

Sie schwiegen sich irritiert an.

„Aber ihm geht es gut, oder?“, fragte Erik

„Ich habe nichts von ihm gehört. Ich dachte, er braucht seine Ru-he!“, rief die Mutter, leicht panisch.

Perplex stand Erik immer noch an der Türschwelle. Er stammelte nur, dass er nach Hause gehen würde, vielleicht könne er Tim errei-chen, das sei doch eine gute Idee - oder? Tobis Mutter nahm ihm das Versprechen ab, dass er am nächsten Tag zu ihr kommen sollte, viel-leicht wäre bis dahin Tobi wieder aufgetaucht, oder einer von ihnen wäre auf eine Idee gekommen, wo Tobi sein könnte.

Sie verabschiedeten sich, die Tür glitt zu und Erik stand immer noch davor. Er drehte sich langsam um und schlich, mit seinen Händen in den Hosentaschen, zu dem kleinen Busch neben dem Haus. Er beugte sich hinunter und raunte: „Kannst rauskommen“. Langsam regte sich der Busch und Anna kam, sich ein paar Äste von Klamotten und Har-ren klopfend, zum Vorschein.

Auf dem Weg zu Eriks Haus redeten sie lange über die Ereignisse an der Haustür von Tobi, kamen aber nur zu dem Schluss, dass es Tobi sicher gut gehe und alles gut werden würde. Wäre es anders, wüssten sie auch nicht, was sie machen sollten, deshalb warteten sie den nächs-ten Besuch bei der Mutter ab.

Doch auch als Erik wieder vor der dunklen Holztür stand, wieder in diese vertrauten Augen, einer ihm Fremden blickte, war ihm nicht klar, was er überhaupt denken sollte. Er redete sich ein, dass er sich zu viele Sorgen machte, denn so war es immer. Trotzdem hatte er die Szenarien nicht aufhalten können, die ihm letzte Nacht durch den Kopf ge-schwirrt waren: Tobi, verloren in einer fremden Stadt, in die er ver-schwunden ist. Tobi, in Gefahr. Tobi, entführt. Tobi, auf einer Brücke. Tobi, ja das war das schlimmste, was seine Vorstellung bis jetzt mit ihm, Erik und mit ihm, Tobi angestellt hatte: Tobi, tot.

Diese Gedanken waren über den Tag hinweg verblasst, jetzt, wo er vor Tobis Mutter stand, kamen sie wieder hoch. Tobis Mutter bat ihn diesmal sogar rein und bot ihm einen Tee an, nett eigentlich, sie wirkte nicht so streng, wie Tobi sie immer beschrieb.

Er saß auf der Couch, Tobis Mutter kam mit einer Tasse herein, gab sie Erik und setzte sich an das andere Ende der Couch. Erik hielt den wohlduftenden Tee fest umklammert, als wäre diese Tasse alles, was ihm in diesem Moment Halt gäbe. Er musterte den roten Tee und seine Brillengläser beschlugen, doch er traute sich nicht so recht, Tobis Mut-ter anzuschauen. Aber er spürte ihren abwartenden Blick und merkte, wie sie unruhiger wurde, weshalb er dann doch den Blick leicht hob.

„Wir sollten eine Vermisstenanzeige aufgeben,“ platzte es aus ihr heraus.

Erschrocken sah Erik sie an. Daran hatte er auch schon gedacht, doch als sie es nun aussprach, wirkte es auf ihn wie eine sehr vorschnel-le und drastische Entscheidung.

Tobis Mutter fuhr fort: „Ich weiß, ich möchte auch nicht glauben, dass ihm etwas zugestoßen ist, aber wenn doch, sollten wir schnell handeln.“

Da hatte sie sicherlich Recht. Erik wollte nicht, dass er ir-gendeinmal bereute, nicht gehandelt zu haben. „Also, ich dachte, du könntest…“ Tobis Mutter brach mitten im Satz ab und rieb sich nervös die Hände. „Vielleicht wäre es gut, du würdest ins Fernsehen damit gehen.“

„Ins Fernsehen?“

Damit hatte er nicht gerechnet, auch, wenn es eine naheliegende Option war. Er wusste nicht, was er davon halten sollte, deshalb sagte Erik, dass er darüber nachdenken müsse, ihr aber Bescheid geben wür-de, wenn er sich entschieden habe. Sie nickte verständnisvoll und sagte, sie würde in der Zwischenzeit die Polizei informieren. Mehr hatten sie sich vorerst nicht zu sagen, sie verband nichts, außer Tobi. Erik trank den letzten Schluck Tee, zog seine Jacke an, bedankte sich und ging zur Tür. Als er diese hinter sich zugezogen hatte, musste er erst mal durch-atmen.

Auf halber Strecke sah er eine kleine Bank, beleuchtet durch eine Straßenlaterne. Er wischte eine dünne Schicht Schnee von den Holz-planken und setzte sich. Es war kein Mensch auf den Straßen, Erik hörte nur sein eigenes Atmen. Dadurch, dass er im Licht der Straßenla-terne saß, fühlte es sich so an, als würde er auf einer Bühne im Schein-werferlicht stehen. Das Publikum wartete, dass er handelte, sie wollten etwas sehen, er musste doch etwas tun. Ein Schluchzen entwich ihm und füllte die Stille. Das Schluchzen hallte in seinen Ohren nach und wurde immer lauter, bis ihm Tränen die Wangen herunterliefen. Seine Hände lagen am Rand der Bank, neben seinen Knien und er spürte das feuchte Holz. Seine Hände verkrampften sich, er versuchte sich festzu-halten. Aber er konnte nicht mehr. Er ließ los, schluchzte und schrie in die Nacht hinein. Er spürte die Tränen an seinen Wangen, ein paar Fu-seln seines Handschuhs spürte er, die bei seinem Versuch, sein Gesicht zu trocknen, hängen geblieben waren. Nun ließ er die Tränen einfach laufen. Sein Gesicht wurde immer kälter durch die Tränen. Er leckte sich über die aufgeplatzten Lippen und schmeckte Blut und das Salz der Tränen. Er musste nach Hause, auch, wenn er nicht wollte, aber er würde sonst hier erfrieren.

Erik blickte in die Kamera. Er hatte sich entschieden. Er würde al-les tun, um Tobi wiederzusehen. Sogar ins Fernsehen gehen. Auch wenn er sich nicht sicher war, ob das das Richtige war. Alle Probleme hatten schließlich mit dem Fernsehen angefangen. Außerdem wollte Tobi doch nicht in der Öffentlichkeit stehen. Eriks Gedanken wurden plötzlich unterbrochen, sie waren auf Sendung. Er wollte nicht viel sagen, trotzdem hatte er zur Sicherheit den Teleprompter, von dem er alles ablesen konnte, ohne Nachdenken. Er hörte sich selbst kaum zu, aber er wusste, was auf dem Teleprompter lief, denn den Text hatte er verfasst. Er schilderte, dass er sich Sorgen machen würde um seinen Freund. Dass er nichts mehr gehört hatte von ihm, dass er zuerst dach-te, Tobi hätte sich nur zurückgezogen, dass Erik aber dann angefangen hatte, sich Sorgen zu machen, da das nicht Tobis Art war. Und nun bat er die Zuschauer, nach ihm Ausschau zu halten.

Der Teleprompter ging aus und Erik drehte sich von der Kamera weg. Auf dem Greenscreen hinter ihm würde später Tobis Gesicht zu sehen sein. Erik hatte Tobis Gesicht schon so lange nicht mehr gese-hen.

Erneut füllten sich Eriks Augen mit Tränen. „Nicht schon wieder“, dachte er, während er zügig in die Umkleideräume ging, denn er wollte nicht weinend gesehen und darauf angesprochen werden, ob alles in Ordnung sei. Er verschloss die Tür hinter sich und verbarg das Gesicht in den Händen. Als er sie wieder runternahm, fiel sein Blick auf ein Handy, dass nicht seins war. Es lang auf seinem Platz, aber es war To-bis Handy. Jemand musste es dort platziert haben- war Tobi es etwa gewesen? Aber warum hätte er das tun sollen.

Er schaute auf das schwarze Display des Handys. Endlich traute er sich, es einzuschalten. Jetzt blickte ihn sein eigenes Gesicht neben dem von Tobis an. Um diesen fröhlichen Anblick loszuwerden, klickte er schnell auf eine der Apps. Er war in der Galerie gelandet. Er klickte auf die drei kleinen Pünktchen und blieb an einem ihm angezeigten Wort hängen: Archivierte Bilder. Dort waren Bilder, die Tobi vor seiner Mut-ter geheim halten wollte. Er klickte auf das Wort und gab den Code ein. Eigentlich wollte er nicht in Erinnerungen schwelgen, aber nun war er hier. Es waren wenige Bilder von Erik und Tobi und ein Video. Er konnte sich an kein Video erinnern. Er schaute auf das Datum. Das war vor einigen Tagen aufgenommen worden. Seltsam, dachte Erik und wusste nicht, was ihn erwarten würde, als er das Video anklickte. Erst waren nur ein paar Häuser zu sehen. Das Haus erkannte er, alle Häuser in seiner Nachbarschaft sahen so aus, er selbstwohnte auch in einem solchen Haus.

Nun sah er Tobis Gesicht, es war angstverzerrt. Beunruhigt zog Erik das Handy näher an seine Augen heran. Nun war eine dunkle Stimme zu hören. Er konnte kaum verstehen, was sie sagte. Es musste etwas sein wie: „Irgendwelche letzten Worte, bevor ich dich mitnehme?“ Erik zitterte, vor Angst, nicht wegen der Kälte. Etwas ließ Erik stutzen. Im Hintergrund flackerte ein Licht in einem Haus.

An, aus, an, aus, an und nach einiger Zeit wieder aus.



Dorina: Die Klavierspielerin

Ihre Finger berührten den kalten Spiegel. Es war nur noch eine Fra-ge der Zeit, bis die Badewanne volllaufen würde und der Spiegel auf-grund der hohen Wasserfeuchtigkeit beschlug. Ihre Haarspitzen fühlten sich strohig und kaputt an- sie musste unbedingt wieder zum Frisör. Im Bad wurde es immer wärmer und bald würde sie anfangen zu schwit-zen. Ihre kühle Hand berührte ihre glühenden Wangen und könnte sie sich jetzt im Spiegel sehen, wären sie bestimmt gerötet. Unter die feuchte, klebrige Hitze des Dampfes mischte sich der Lavendelduft ihres Beruhigungsöles, welches sie nun unter das heiße Wasser mischte. Der Wasserdampf schlug ihr ins Gesicht und umso länger sie über der Badewanne gebeugt stand und den Lavendelduft Inhalierte, umso hei-ßer wurde ihr. Sie richtete sich auf und schnappte nach frischer Luft. Schweißperlen rannen wie Tränen über ihr Gesicht, von der Stirn über die Wimpern und weiter zur Oberlippe, wo sie dann verharrten. Sie leckte sich über die Lippen, und schmeckte das Salz auf ihrer Zunge. Anschließend verließ sie das Bad und schloss die Tür hinter sich. Das laufende Wasser war nur noch ein gedämpftes Rauschen in der Ferne und die plötzliche Stille kam ihr unangenehm laut vor. Nachdem sie im Wohnzimmer eine Schallplatte aufgelegt hatte, wog sie sich zu den sanften Tönen und fühlte sich wieder wie ein Kind.

Früher tanzte sie zu den Tönen Chopins und Tschaikowskys durch das Wohnzimmer, während ihre Eltern auf dem Sofa Wein tranken, lachten und applaudierten. Trotzdem war nie leicht gewesen, ein Musi-kerkind zu sein. Ihre Eltern hatten hohe Erwartungen und sie konnte diese nie ganz erfüllen. Ihr Vater war Geiger und ihre Mutter eine be-gabte Klavierspielerin. Während ihre Freunde auf die ersten Partys gin-gen, musste sie ins Konzert. Während andere die angesagten Songs hoch und runter hörten, saß ihre Mutter mit ihr am Klavier und trainier-te ihr Gehör. Ihre Mutter spielte einen Ton und sie musste blind sowohl Note als auch Lage bestimmen. Ihre Freunde verloren mit der Zeit In-teresse an ihr und letztendlich blieben ihr nur noch das Klavier und haufenweise Noten. Zwar standen ihr nach dem Abschluss fast alle Türen offen, doch das Einzige, was sie wirklich gut beherrschte, war die Musik. Jedoch nahm keine Universität sie an und so wurde sie frei-berufliche Musiklehrerin. Das Geschäft lief anfangs nicht besonders gut, aber mit der Zeit sprachen sich die schnellen Fortschritte der Schü-ler herum. Sie ging mit ihren Schülern nicht weniger streng vor als ihre Mutter damals mit ihr, aber schon bald schloss sie ihre Schüler ins Herz. Motivation waren ihr die Eltern der Schüler, die von ihren glück-lichen Söhnen und Töchtern berichteten, die nach dem Unterricht mit strahlenden Gesichtern nach Hause kamen und sich auf die nächste Stunde freuten.

Die letzten Sekunden des Stückes verklangen und der Schallplatten-spieler knackte. Bevor das Orchester zum nächsten ansetzen konnte, nahm sie die Schallplatte herunter. Sie ging zurück ins Badezimmer, die Luftfeuchtigkeit war um ein Vielfaches gestiegen und der Spiegel be-schlagen. Die Badewanne war fast randvoll, als sie den Wasserhahn zudrehte. Das Wasser aber noch viel zu heiß, um darin zu baden. Um sich die Zeit zu vertreiben, setzte sie sich an den Flügel, der einen gro-ßen Teil des Wohnzimmers einnahm. Wenn sie die glatten Tasten des Klaviers unter ihren Fingern spürte, erinnerte sie sich oft an die Zeit, in der sie noch Unterrichtete.

Mit der Zeit verlor sie ihr Gehör, und der Arzt hatte ihr geraten, mit dem Unterrichten und mit den regelmäßigen Konzertbesuchen aufzuhö-ren. Aufzuhalten sei der Prozess damit nicht, aber so könnte er verlang-samt werden. So zog sie sich zurück. Da ihre Eltern und ihre Großel-tern beide gut verdienten, musste sie sich um die finanzielle Situation keine Sorgen machen. Freizeitliche Aktivitäten reduzierte sie auf ein Minimum, es gab es nicht viel, was sie ohne Hilfe tun konnte und die aller schönsten Ausblicke brachten ihr auch nichts, schließlich war sie blind. Dass sie von Geburt an blind war, kannte sie nicht anders. Aber dass sie jetzt von Tag zu Tag schlechter hörte und ihr eigenes Klavier-spiel nach einer Weile unerträglich wurde, machte sie wütend. Manch-mal, wenn sie die eigenen Töne nicht mehr genau hören konnte und sich verspielte, schlug sie den Klavierdeckel zu und fing an, wie ver-rückt zu schreien, bis sie schließlich weinend auf dem Boden lag und wie ein kleines Kind um sich schlug. „Warum ich?!“ „Was hab ich in meinem Leben falsch gemacht?!“ „Womit habe ich das ganze ver-dient?!“. Als ihre Mutter sie einmal so auffand, schreiend und weinend auf dem Boden, zog sie einen Schlussstrich und schickte ihre Tochter zu einem Spezialisten. „Sie müssen es akzeptieren. Kämpfen Sie nicht dagegen an, sondern lernen Sie, mit ihrer Behinderung zu leben und umzugehen.“ Hatte der Möchtegern-Psychologe ihr gesagt. Das hätte sie sich genauso gut aus dem Internet vorlesen lassen können. Dann empfahl er ihr einen Blindenhund, der sich in „Problemsituationen“ (so nannte er ihre Ausbrüche) um sie kümmerte. Sie lenkte ein und wies ihn darauf hin, dass sie eine Hundehaar Allergie habe und hätte er ihre Krankenakte sorgfältiger gelesen, wüsste er das.

Als sie am Klavier saß und an die Zeit zurückdachte, lächelte sie. Damals konnte sie die Stimme des Psychologen zwar nicht mehr so deutlich aber wenigstens noch in normaler Lautstärke hören. Inzwi-schen klang jedes Geräusch so, als ob ein Wattebausch es von ihr trennte. Die Noten fingen an, sich zu vermischen und obwohl sie rich-tig spielte, waren alles, was sie hörte, nur Dissonanzen in einem Meer aus Klängen. Und sie wusste, irgendwann würde ihr Gehör sie in einer pechschwarzen Stille zurücklassen, in der ihre Gedanken und die schwache Erinnerung eines Tones das Einzige war, was ihr blieb.



Max: Zwischenwelten

Ich sagte meinem Vater, dass ich zur Toilette gehen würde und stand von der Eckbank auf. Über dem Gastraum lag ein leiser aber konstanter Geräuschpegel. Von den Gesprächen an den Zweier- oder Vierertischen, die allesamt nur sehr spärlich besetzt waren, drang nichts Konkretes durch, nur den hellen Gesang aus den Lautsprechern rechts über der Eingangstür konnte man zumindest in seiner Melodie verfol-gen. Vorhin hatte einmal ein Gast gehustet, kurz darauf zwei Stimmen gelacht. Als der Salat, den mein Vater und ich ausdrücklich als Beilage bestellt hatten, von der Kellnerin als Vorspeise gebracht wurde, war für mich die Zeit gekommen, den bereits seit einiger Zeit nötigen Toilet-tengang zu verrichten.

Das Restaurant war noch ganz neu, vorher war ein Kleidergeschäft darin gewesen. Die Toiletten hatte man allerdings nicht renoviert. Um sie zu erreichen, musste man zunächst das Gasthaus verlassen, dann durch eine Art Tunnel etwa zehn Schritte gehen. Die schäbige Tür mit dem „H“ für Herren war angelehnt, ich öffnete sie mit der Armbeuge, weil mir die Vorstellung, wie viele Personen davor bereits ihre Keime an der Klinke hinterlassen hatten, meist einen noch größeren Ekel be-reitete, als der Uringestank oder der ätzende Duft von übermäßig ver-wendetem Desinfektionsmittel, der auf Toiletten dieser Art für üblich vorherrscht. Ich trat ein und zuckte kurz zusammen, wie meist immer, wenn ich auf einen anderen Menschen traf, mit dem ich nicht gerechnet hatte.

Der Mann stand am Waschbecken, direkt neben der Eingangstür. Im Hintergrund die zwei Klokabinen, die Türen mit Graffiti-Sprüchen ver-schmiert., Neben dem Waschbecken eine Wand, dahinter die Urinale. Schlagartig wandte mir der Mann seinen Blick zu.

Ich stockte.

Er sah mich nicht einfach so an, wie man sich ansieht, wenn man sich flüchtig begegnet. Das Lächeln, das er auf den Lippen hatte, war kein beiläufiges Lächeln, das man sich einfach so schenkt, keine Höf-lichkeit, kein besonders netter, wortloser Gruß. Es war so übertrieben breit, dass es unnatürlich wirkte, und - es mochte an den Augen liegen, die mich aus tiefen Höhlen heraus anstarrten – vor allem auch voll-kommen wirkungslos und deplatziert erschien. Es war ein Lächeln, das, wie ich schnell realisierte, nicht den Zweck einer Geste, einer Zuwen-dung erfüllte, keine Freundlichkeit war, sondern dem Gesicht entglitten schien.

Ich wollte weiter. Weiter gehen. Weiterdenken. Aber ich konnte es nicht. Gehen und Denken schienen wie eingefroren, gefangen in einem Eisklotz im Hals. Ich fand mich, als sich meine Gedanken nicht mehr ausschließlich auf die Wahrnehmung des Gegenübers konzentrierten, nicht mehr vereist, versteinert waren, in einer der Klokabinen wieder. Ich atmete ein und aus, schloss die Augen, um das Flimmern, das da auf der Netzhaut tobte, loszuwerden.

Während ich Schwarz sah, fragte ich mich, warum ich nicht sofort umgekehrt war, warum ich noch ein paar Schritte an diesem Irren vor-bei - zunächst ja sogar auf ihn zugelaufen war und warum nicht direkt von ihm weg, wo er mir doch schon beim ersten Blick einen so unfass-baren Schrecken eingejagt hatte. Ich sah seine Augen aus dem tiefen Dunkeln, das meine Augenlider über die Pupillen gestreift hatten, die weißen Zähne, die er bei diesem wahnsinnigen Grinsen gebleckt hatte. Sie waren mir erschienen wie die Zinken eines Vampirs. Sein Blick blitzte auf, als wolle er gleich vorstürzen, sein Opfer packen und in die Halsschlagader beißen.

Ich öffnete die Augen.

Der Typ an dem Waschbecken hatte komisch geschaut – na und? Wie musste ich wohl ausgesehen haben, wie musste ich auf ihn gewirkt haben, als ich da wie in den Boden genagelt stand und starrte?

Ich wollte die Kabinentür jetzt wieder aufschließen, als ich ein Ki-chern von außen vernahm, ein unterdrücktes Kichern, das gepresst nach außen drang und sich anhörte wie ein Röcheln. Der Mann gab ein Seufzen von sich, und dann waren die kurzen, abgehackten Geräusche kein Lachen mehr, sondern vielmehr ein krampfhaftes Heulen.

Ich gab mir einen Ruck.

Ich war auf alles vorbereitet, als ich die Tür aufsperrte. Ich dachte, der Typ könnte am Boden liegen, die Arme eng am Körper, krampfhaft zuckend. Vielleicht hatte er ein Messer in der Hand, heulend, bereit, mich zu töten.

Ich öffnete ruckartig die Tür.

Der Mann stand, mit vollem Gewicht gegen das Waschbecken ge-lehnt, frontal zu mir. Mein Gesicht. Dort. Im atembeschlagenen, an den Außenseiten zerkratzten Spiegeln hinter ihm. Ich sah, wie blass ich war, und dass ich geschwitzt haben musste in der Kabine. Der Mann glotzte, er trug noch immer dieses Lächeln, dieses fremdartige, irre Lächeln, und sein Blick war so starr auf mich gerichtet, dass ich für einen Moment den Eindruck hatte, er würde die Tränen, die glitzernd aus seinen Au-genwinkeln über die Wange liefen, und an seinen vereinzelten Bart-stoppeln abtropften, gar nicht bemerken.

Ich fasste mir ein Herz, lief stur an ihm vorbei, sah noch nicht ein-mal zur Seite, sondern fokussierte die Tür, die ich aufreißen wollte und dann auch aufriss. Jede Sekunde, in der kein Geräusch von ihm kam, war ein neuer Antrieb, ein kurzer Funken Mut, dass ich doch unbe-schadet entkommen konnte. Erst als ich draußen war, schon die ersten Schritte in Richtung Gaststube gelaufen war, hörte ich ihn hinter mir krächzend schreien: „HÄNDE WASCHEN, DU SCHWEIN!!!“



Hiba: Tropfen

1
Es regnet. Du stehst einfach nur da am Fenster und schaust raus. Das machst du öfter, vor allem, wenn es regnet. Wieso, weiß ich nicht. Ich weiß vieles nicht, aber du bist ja da. Langsam gehe ich auf dich zu und mit jedem Schritt, den ich näherkomme, drehst du dich mehr zum Fenster. Spielst mit der Kette um deinen Hals und auch meine Hand tastet meinen Hals nach etwas ab, woran ich mich festhalten kann. In der Stille um uns herum vernehme ich unser Lied.


2

Die Regentropfen perlen ab, an der Scheibe. Du verfolgst einen be-sonders kleinen und zeigst darauf. Sagst mir, dass wir ihn verfolgen werden. Dass das wichtig ist.

Die Scheibe ist kühl, als wir unsere Finger auf sie legen. Als wir den Weg des Tropfens nachfahren, mal langsamer, mal schneller. Doch der Tropfen rutscht in die Bahn eines anderen und wir verlieren ihn. Unsere Finger kommen unschlüssig an der Scheibe zum Stehen, meine den deinen so nah.

Du wendest dich ab, mir zu und diesmal sehe ich den Tropfen auf deinen Wangen zu. Strecke meine Finger aus, um ihre Spuren nachzu-fahren, aber du schreckst zurück und sagst, dass ich nicht verstehen würde. Dass der Tropfen versagt hätte, dass alle versagen werden.

Ich drehe mich zurück zur Scheibe und will nochmal ansetzen, ei-nem anderen Tropfen folgen, hoffe, dass du zurückkommst, aber das tust du nicht, das tust du nie. Und trotzdem warte ich. Ich warte, bis der letzte kleine Regentropfen in der Spur eines anderen aufgeht. Ver-schluckt wird. Jetzt verstehe ich, was du meintest.


3

Es ist spät, als ich dich wiederfinde.

Du sitzt einfach nur da und starrst an die Wand, das Fenster in dei-nem Rücken. Das Licht des Halbmondes scheint wie ein Scheinwerfer herein, wirft deinen Schatten zu Boden. Ich setzte mich neben dich und schaue auch an die Wand, versuche zu finden, was du siehst. Mir laufen Tränen aus den Augenwinkeln, so sehr starre ich und spüre nicht, dass du dich zu mir drehst. Erst als du deinen kleinen Mund öffnest und mich aus meiner Starre schreckst, bemerke ich es.

Du musst aufhören, sagt du. Hörst du? Ich nicke, eifrig. Hauptsache, du redest weiter. Meine Augen kleben an deinen Lippen, meine deine Worte lautlos mit formend. Fasziniert. Du beißt dir auf deine Unterlip-pe und ich tue es dir gleich, spüre etwas Warmes an meinem Kinn her-unterlaufen. Doch es ist mir egal, ich will dir zeigen, dass ich schnell lerne, dass ich gut bin. Deine Stimme wird nun lauter, als du weiter-sprichst, du tobst und schreist und fuchtelst herum. Ich mache es dir nach, möchte beweisen, was ich kann.

Du verstehst es immer noch nicht, flüsterst du jetzt, tränenerstickt, und auch ich weine, weil du weinst.

Nein, sage ich, ich verstehe, ich habe gesehen, wie jeder Tropfen versagt hat. Und schau, ich weine.

Deine Tränen versiegen jetzt und du wischst dir ihre Spuren von den Wangen, mit geschlossenen Augen. Will es dir gleichtun, aber ich kann nicht.

Ich muss dich doch sehen, um zu leben. Also flehe ich dich an, die Augen zu öffnen. Aber du weigerst dich, weigerst dich noch immer.

Und obwohl wir beide hier sind, spüre ich, dass du mir verloren gehst, wie die kleinen Regentropfen an den Scheiben.

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Weihnachtswettbewerb

















Liebe Literaturfreundinnen,
liebe Literaturfreunde

wir haben euch gefragt – und ihr habt kreativ geantwortet. Kurz vor Weihnachten wollten wir von euch wissen: was fällt euch zum Thema „Weihnachten“ ein.

Wir haben von euch wunderschöne Gedichte, Kurzgeschichten, Texte und Skizzen erhalten. Gerne möchten wir euch die bunte Vielfalt der Einsendungen nicht vorenthalten und daher mit euch teilen.

Weihnachten – die schönste Zeit des Jahres. Während es draußen kalt und dunkel ist, leuchten drinnen überall Kerzen, es riecht nach frischgebackenen Plätzchen und überall hört man Weihnachtslieder. Für diese besinnliche Zeit gibt es die nachfolgenden Beiträge, mit denen ihr euch auf die schönste Zeit des Jahres einstimmen könnt.

Wir wünschen Euch ein frohes Fest und erholsame Feiertage!
Weihnachtliche Grüße von

Allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Literarischen Gesellschaft




























Gedicht von Elisa Ledermann


Um acht Uhr morgen steh ich auf
und blicke aus dem Fester raus.
Schnee liegt auf den Bäumen drauf.
Und kühler Wind weht in das Haus.

Der tagtägliche Kalendercheck...
Was?! Schon ein Jahr wieder vorbei?
Was ein schreck.
Wie kann das sein?

Weihnachten steht vor den Türen.
Und doch noch so viel zu tuen...
Fang schon an den Stress zu fühlen.
Die Frage steht: Was soll ich tuen?

Das Haus muss schön bezaubernd sein.
Für die Gäste ist auch was dabei. Fein!
Oh, ganz wichtig: Lichter nicht vergessen,
man soll ja schön erleuchtet essen.

Ich geh an unsrer Tanne vorbei.
Zähle dabei schon ruhig bis drei.
Das arbeiten hatte seinen Zweck.
Ich seh schon Päckchen bunt gedrängt.

Oh Hilfe!
Da sollte auch von mir was stehen.
Ich muss wohl schnell auf die Suche gehen...
Wie konnt‘ ich das denn bloß vergessen?
Nehm ich das? Oder doch dieses?
Ich darf mich nicht so stressen.

In der letzen Sekunde, ein perfektes Geschenk.
Da freut sich doch gleich jedermann.
Gehe ins Bett, mit nem Getränk;
Denn da kommt auch schon der Weihnachtsmann.



Kurzgeschichte „Das Geschenk“
Autorin: Ana Rosa López


Die Festtage näherten sich mit beeindruckender Geschwindigkeit und der Gedanke an die
Bescherung am Weihnachtsabend machte Manuel nervös. Wie jedes Jahr fehlte es ihm an Ideen für
ein Geschenk für seine Frau.
„Wie schwierig es ist, etwas auszusuchen!“, murmelte er. Wenn er darüber nachdachte, was Alicia
vielleicht gerne hätte, verwandelte sich sein Kopf in einen dunklen leeren Raum.
An dem Adventskalender, den ihre Kinder ihnen in diesem Jahr geschenkt hatten, war bereits die
Hälfte der Türchen geöffnet. Jedes Mal, wenn Manuel eine kleine Schokoladenfigur herausnahm,
kam ihm das verflixte Geschenk wieder in den Sinn. Eines Nachts war es besonders schlimm. In
einem Alptraum wurde er von einem riesigen Geschenk verfolgt, das ihn vernichten wollte. Der arme
Mann wachte schweißgebadet und aufgewühlt auf. Er nahm einen Schluck Wasser und drehte sich
um, um seine Frau anzusehen. Alicia schlief wie ein Baby, sorglos und ruhig.
„Ich bin sicher, dass sie mein Geschenk schon gekauft hat“, murmelte er und zog das Kissen über sein
Gesicht.
Seine Verzweiflung wuchs, und wie jedes Jahr machte er eine Liste der verschiedenen Optionen:
- Eine Handtasche
- Schuhe (obwohl es besser wäre, wenn sie sie anprobieren würde)
- Eine Porzellanfigur
- Bücher
- Eine Massage
- Juwelen
- Ein schöner Rosenstrauß (wie jedes Jahr, oh, wie langweilig!).
Die Liste war lang, aber nichts überzeugte ihn. Alicias Kleiderschrank war voll mit Handtaschen und
Schuhen. Die meisten von ihnen waren Tanzschuhe. Sie und Manuel liebten das Tanzen und keiner
von beiden konnte sich einen besseren Partner für Tango, Milonga oder Cha-Cha-cha vorstellen.
Eine Porzellanfigur? Das Wohnzimmer sah schon aus wie ein Museum! Die Figuren waren Andenken
an ein ganzes Leben voller Reisen und Wanderungen, zunächst als weltreisendes Single-Paar und
dann als Familie, die nach Orten in der Natur suchte, an denen ihre Kinder herumtollen konnten,
später wieder zu zweit.
Auch ihr Bücherschrank war voller Bücher und Manuel fiel kein gutes Buch für seine Frau ein, denn
Alicia war eine unersättliche Leserin und es war sehr schwierig, sie mit etwas "Neuem" zu
überraschen. Und eine Massage für eine Frau über 70 schien auch nicht das beste Geschenk zu sein,
zumal er selbst der offizielle Masseur der Familie war.
Schmuck kam nicht infrage. Abgesehen von ein paar Ohrringen war der einzige Schmuck, den Alicia
seit mehr als vierzig Jahren trug, ihr Ehering.
Am Wochenende vor Heiligabend reisten die Kinder an. Oscar und Andrea kamen mit ihren Familien
und mit Geschenken beladen. Manuel hatte den Eindruck, dass diese perfekt verpackten Pakete in
glänzendem Papier und mit riesigen Schleifen ihn beobachteten.
Alicia freute sich über den Besuch, vor allem über die Anwesenheit ihrer Enkelkinder, fünf lachende
und schelmische Zwerge, die im ganzen Haus Unordnung und Hektik verbreiteten.
Während Alicia, ihre Tochter und ihre Schwiegertochter in der Küche Kaffee kochten, betrachteten
Oscar und sein Schwager wieder einmal Manuels alten roten Chevrolet in der Garage.
Manuel nutzte diese Minuten der Ruhe und setzte sich ins Wohnzimmer, um die Zeitung zu lesen.
Sein jüngster Enkel, Felipe, kam auf ihn zu und bat ihn, ihm eine Geschichte vorzulesen.
„Aber es muss eine Weihnachtsgeschichte sein“, ermahnte er ihn und wedelte mit dem kleinen
Zeigefinger in der Luft.
Manuel nahm eines der Bücher, die er im Wohnzimmer im Regal stehen hatte: „Das Geheimnis des
vierten Weisen“. Felipe hörte aufmerksam zu, es war eine seiner liebsten Weihnachtsgeschichten.
Als sein Großvater mit dem Lesen fertig war, drückte der kleine Junge wie immer seine spitze Nase zu
und wartete darauf, dass Manuel sich in das Kitzelmonster verwandelte, das seinen Bauch und die
kleinen Finger an seinen Händen verschlang.
Während sich Großvater und Enkel eine epische Kitzelschlacht lieferten, schaute Alicia lächelnd von
der Küchentür aus zu. Als der kleine Junge seinen Großvater zurückließ, ganz außer Atem vor Lachen
und Spielen, sagte Alicia zu Manuel:
„Mein lieber alter Mann, du brauchst dir nicht jedes Jahr den Kopf zu zerbrechen, was du mir
schenken könntest. Alles was ich brauche, gibst du mir jeden Tag. Und du weißt ja, dass Rosen meine
Lieblingsblumen sind.“



Gedicht von Samuel Schwörer
Heinrich Hertz Schule Karlsruhe
Alter: 21 Jahre


Die Weihnachtszeit, sie kommt schon wieder.
Doch die Stimmung ist immer noch nieder.
Der Covid Lockdown macht die Menschen verrückt.
Die Weihnachtszeit ist nicht mehr voll Glück.



Gedicht von Khoa Vu
Heinrich-Hertz-Schule Karlsruhe
Alter: 20 Jahre


1.
- Oh Weihnachten, Oh Weihnachten, so schön
und warm
- der Schnee so flockig und kalt
- das Miteinander, egal ob reich oder arm,
- ist Tradition für, jung und alt
2.
- Zur schönsten Zeit des Jahres,
- passiert überall etwas Wunderbares,
- kein teures Auto, Schmuck oder Bares,
- nur die Liebe zum Nächsten ist Wahres
3.
- Kommt der Weihnachtsmann mit seinen Gaben,
- Familie und Freunde für jeden was zu haben,
- eine frohe Zeit wünsch ich euch allen
- Gelächter und Glückseligkeit sollen in den
Abend hallen



Gedicht von Markus Axtmann
Heinrich-Hertz-Schule Karlsruhe
Alter: 24 Jahre


Weihnachten !
Ho ho !
Der Heiland ist da !
Yo yo !
You better watch out for Jesus !
Dieses Jahr gibt es keine Excuses !



Gedicht von Tim Deutschländer
Heinrich-Hertz Schule Karlsruhe
Alter: 21 Jahre


Und vorbei das Jahr
Das zweite Jahr von vielen?
Frohe Weihnachten



Gedicht von Linus und Hendrik
Heinrich-Hertz Schule Karlsruhe
Alter: 16 und 17 Jahre


Weihnachten, oh Weihnachtszeit
Wie schön es wird das sehen wir bald
Durch Corona wird es schwer
Sehen tun wir uns nicht mehr
An Heiligabend wird gelacht
Viel gegessen und genascht
2 kg haben wir mehr
aber Silvester kommt immer
näher
Viele Freunde kommen
zusammen
Spiel und Spaß beisammen



Gedicht von Marie Egner


Weihnachten:

Weiße Flocken inmitten der kalten Luft,
mein warmer Atem bildet kleine Wolken
Hinter kunstvoll vereistem Fensterglas scheinen warme Lichter im Anbruch der Nacht
Gelächter ertönt zwischen singenden Stimmen,
Es duftet nach Zimt und Rauchschwaden schwingen
aus dem Kamin.
Die knisternde Wärme umgibt das Zimmer
und neben dem grünen Nadelbaum steht,
wie immer,
Ihr.
Hand in Hand, selig lächelnd,
erhellte Gesichter, als unsre Blicke sich treffen,
schnelle Beine hasten eilig zur Tür,
eine lange Umarmung, durch die ich wieder einmal spür‘:
Weihnachten
ist Heimkommen.


Beitrag von Lina Baigeldin und Dalila Omerhodzic
Tulla-Realschule Karlsruhe; Klasse 9b


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Donnerstag | 07.10.2021 | 16 - 18 Uhr | Online-Schreibworkshop
weitere Termine: 14.10., 21.10., 11.11., 18.11. und 2.12.

Schreiben ohne Barrieren – die digitale Schreibwerkstatt der Literarischen Gesellschaft für junge kreative Köpfe mit Markus Orths



















Ihr habt Lust zu schreiben? Über eigene Erlebnisse, Erfundenes, Fantastisches, Verrücktes, Schönes und Spannendes? Bei der Schreibwerkstatt mit dem international erfolgreichen Autor Markus Orths werden in kleineren Übungen Texte entstehen, über die alle gemeinsam sprechen können. Mit Blick auf Inklusion und die aktuelle Corona-Situation soll ein barrierefreier Online-Workshop jungen Menschen einen einfachen, flexiblen Zugang zu Hinweisen, Impulsen, Textdiskussionen und gemeinsamen Schreibübungen ermöglichen. Und das Wichtigste bleibt: die Freude am Schreiben!

Anmeldung unter: presse@literaturmuseum.de oder Tel.: 0721/133 4084
Der Workshop ist kostenfrei.

Mehr Informationen zum Workshop findet ihr ab dem 24. September 2021 unter: www.literaturtage-karlsruhe.de.

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Kinder zum OlympFächerübergreifendes Projekt im Rahmen des Wettbewerbes „Kinder zum Olymp“ in Kooperation mit der Viktor von Scheffel Grundschule Karlsruhe und 52 Schüler/innen der 3. Klassen.

Januar 2013 bis Juni 2013

„Joseph Victor von Scheffel und wir!“

Die Viktor-von-Scheffel Grundschule feiert 2013 ihr hundertjähriges Jubiläum. In Zusammenarbeit mit der Literarischen Gesellschaft e.V. (Scheffelbund) Karlsruhe haben beide dritten Klassen der Scheffel-Grundschule in dem fächerübergreifenden Projekt „Viktor von Scheffel und wir?! - Ein Name macht Schule“ den Namensgeber der Schule kennengelernt. Der in Karlsruhe geborene Joseph Victor von Scheffel (1826-1886) gehörte zu den bekanntesten und meistgelesenen deutschen Schriftstellern des 19. Jahrhunderts und war Ehrenbürger von Karlsruhe.
Das Projekt erstreckte sich über einen Zeitraum von sechs Monaten, von Januar bis Juni 2013. Projektabschluss bildete eine von den Schülerinnen und Schülern zusammengestellte Ausstellung zur Biografie Joseph Victor von Scheffels sowie seinem literarischen und künstlerischen Schaffen, das von den Kindern in Wort, Bild, Film und Objekt lebendig und fantasievoll dargestellt wurde.

Beim Wettbewerb Kinder zum Olymp!, der Bildungsinitiative der Kulturstiftung der Länder unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Joachim Gauck, erreichte das Projekt die Endrunde und den zweiten Platz in der Kategorie Literatur/Grundschule.

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KIXWorkshop im Rahmen von KIX 2013, dem Kulturfestival für Kinder und Jugendliche in Kooperation mit dem Deutschen Kinderschutzbund Ortsverband Karlsruhe e.V. für Kinder von 10 und 13 Jahren.

21. bis 24. Mai 2013

What`s up in Karlsruhe? – Kinder erstellen ihren eigenen Kulturführer

Was muss man in Karlsruhe gesehen haben? Wo muss man gewesen sein?
Texte schreiben, fotografieren, Interviews führen, Schlussredaktion und Layout – wir erstellen gemeinsam einen Karlsruher Kulturführer von A bis Z. An den vier Workshoptagen produzieren wir eine individuell gestaltete Broschüre, in der die „angesagtesten“ Orte der Stadt vorgestellt werden: Kinos, Museen, Theater und alle anderen spannenden Orte, an die ihr eure Freunde, Bekannte und Familien führen würdet. Was ist das Besondere an diesen Orten? Was habt ihr dort erlebt? Befragt Mitarbeiter und Besucher, erkundet das aktuelle Angebot. Alle KIX-Teilnehmer werden nach der Veranstaltung die Möglichkeit haben, diese Broschüre zu bestellen, um eure Kulturtipps zu testen.

Weitere Informationen (PDF)
Anmeldung: www.kix-jux.de/kix/anmeldung/

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Workshop für Schüler/innen der Kursstufe 1 des Humboldt-Gymnasiums Karlsruhe im Rahmen des Wissenschaftsfestivals EFFEKTE.

05. bis 26. Juni 2013

Workshop zum Abiturthema „Essay“ mit dem Schriftsteller Matthias Göritz

18 Schülerinnen und Schüler haben sich an zwei Workshop-Tagen im Museum für Literatur am Oberrhein zwischen dem 05. und dem 26. Juni 2013 in einem Themen- und Schreibworkshop unter Anleitung des Schriftstellers, Übersetzers und Essayisten Matthias Göritz intensiv mit der literarischen Form des Essays auseinandergesetzt. Als Aufsatzform im Abitur 2014 bereits eingeführt, fordert diese literarische Form individuelles Schreiben – mehr als jede andere Textform. Der Workshop eröffnete Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, sich gemeinsam mit dem Autor dem Essay theoretisch zu nähern, um dann in einen eigenen Schreibprozess zu treten. Materialdossiers zu fünf Themenfeldern dienten als Anregung und Impulsgeber bei der Ausarbeitung des ersten eignen Essays.
In einer öffentlichen Abschlusspräsentation im Rahmen des Wissenschaftsfestivals EFFEKTE am 26. Juni 2013 im Literaturhaus im PrinzMaxPalais wurden die Schüleressays zu aktuellen wissenschaftlich-ethischen Themen vorgestellt und mit dem Autor in vier interaktiven Diskussionsrunden besprochen.

Die entstandenen Essays stehen zum Download (PDF) bereit.

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Spoken Word Spektakel: Poetry Slam Workshop mit Dalibor Marković im Rahmen von JuX, dem Festival für Kinder und Jugendliche (Montag, 15.06 bis Mittwoch, 17.06.2015)

Eine JuX Veranstaltung mit freundlicher Unterstützung der Stadt Karlsruhe, Kulturamt/Kulturbüro in Zusammenarbeit mit dem Stadtjugendausschuss e.V. Karlsruhe/jubez

Literatur ist langweilig? Ganz sicher nicht mit uns! Du schreibst Geschichten oder Gedichte? Du rappst? Dann bist Du im Poetry Slam Workshop genau richtig! Wir versuchen, Deinen ganz eigenen poetischen Ton zu finden und die Performance Deines Textes vor Publikum zu erarbeiten: Dein Text, Deine Stimme, Dein Mikro!
Präsentation der Ergebnisse am 18.06.2015 um 20.30 Uhr im Jubez.

„Gerechtigkeit“ – Schreibwerkstatt für Kinder und Jugendliche im Alter von 10 bis 13 Jahren unter Leitung der Autorin Marie T. Martin (16.06.2014 und 23.06.2014)

Im Rahmen des Kinder- und Jugendliteratursommers 2014 der Baden-Württemberg Stiftung

In der direkten Begegnung mit der erfolgreichen Autorin Marie T. Martin erfahren die Teilnehmer Grundlegendes für ihr eigenes Schreiben – von den ersten Anfängen bis zu bereits ambitionierten Versuchen – und nähern sich dabei den vielfältigen Aspekten des Begriffs „Gerechtigkeit“ an. Das, was die Teilnehmer schriftlich produzieren, soll auch öffentlich werden: die Texte werden einem interessierten Publikum vorgestellt.
Marie T. Martin, geboren 1982 in Freiburg, studierte am Deutschen Literaturinstitut Leipzig und lebt in Köln und im Markgräfler Land. 2011 erschienen ihr Erzählband Luftpost und 2012 ihr Gedichtband Wisperzimmer.

Abenteuer Spielplatz Literatur (17.04. bis 20.04.2012)

Schreibwerkstatt mit dem Karlsruher Poetry Slammer Maurice Moel im Rahmen der Kinderliteraturtage KLiK für Kinder und Jugendliche im Alter von 10 bis 13 Jahren.
Im Workshop wurden gemeinsam spannende Geschichten erdacht, Gedichte geschrieben, Poetry Slam-Texte und Elfchen vorgetragen, die in einer Abschlusspräsentation im U-Max des PrinzMaxPalais vorgestellt wurden.

„Heimat – hier und anderswo“ (09.10. bis 18.10.2012)

Schreibwerkstatt mit der Autorin Karin Bruder im Rahmen des Literatursommers 2012 für Jugendliche im Alter von 15 bis 19 Jahren.
Im Zentrum des Workshops stand der Begriff Heimat. Was bedeutet Heimat heute? Ist es ein Ort, ein Gefühl, eine Erinnerung, die Sprache und der regionale Dialekt?
In der kreativen Diskussion lernten die Teilnehmer/innen ihre Gedanken, Gefühle und Ideen in Sprache zu übersetzen. Es wurden verschiede Aspekte der jugendlichen Lebenswelt, der kulturellen Identität, Wertevorstellungen und Sitten erörtert. Im Anschluss verfassten die Teilnehmer/innen eigene Textbeiträge. Die entstandenen Beiträge wurden in einer Lesung am 25.10.2012 im PrinzMaxPalais einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt.

„Sind denn alle Ladies Gaga“ (07.04. bis 16.04.2011)

Workshop mit der Autorin Jagoda Marinić im Rahmen des Festivals Frauenperspektiven 2011 für Jugendliche im Alter von 14 bis 19 Jahren.
Im Zentrum standen die Fragen nach der Erfahrungs- und Lebenswelt von Mädchen und jungen Frauen heute. Was bewegt sie? Wo verorten bzw. suchen sie ihre Identität? Welche Vorbilder haben sie? Die Antworten auf diese Fragen sind nachzulesen im Internet-Blog: alleladiesgaga.wordpress.com.

Sind denn alle Ladies /Gaga/? Junge Frauen schreiben. Schreibwerkstatt der literarischen Gesellschaft mit Jagoda Marinić. Karlsruhe 2011 (= Reihe Junge Literatur).
ISBN 978-3-930314-51-5
EUR 5,00

„Eine Jugend in Deutschland“ (02.02. bis 10.02.2010)

Workshop mit der Schriftstellerin Jagoda Marinić für Jugendliche im Alter von 14 bis 20 Jahren.
Diskutiert und bearbeitet wurden unter anderem folgende Themen: gesellschaftliche Anerkennung, Fremdenfeindlichkeit, soziale Ungleichheit, Leistungsdruck, Zukunftsängste und -träume.
Die entstandenen Texte sind nachzulesen im Internet-Blog: jugendindeutschlandliteraturhauskarlsruhe.wordpress.com

Eine Jugend in Deutschland. Sprachliche Experimente zwischen Zuversicht und Skepsis. Karlsruhe 2010 (= Reihe Junge Literatur).
ISBN 978-3-930314-49-2
EUR 5,00

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Regina Rabolt M.A., Telefon: (0721) 133 4087, E-Mail: veranstaltungen@literaturmuseum.de

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