Bestandsaufnahme: Kunststoffrasenplätze in Karlsruhe

Anfrage

  1. Wie viele Kunststoffrasenplätze der Stadt, der Schulen und der Sportvereine gibt es aktuell in Karlsruhe und wie alt sind sie jeweils?
  2. Aus welchen Materialien bestehen diese und wie sind sie jeweils aufgebaut?
  3. Bei wie vielen werden Füllstoffe benötigt und welche Art und Menge von Füllstoffen werden aktuell eingesetzt?
  4. Wie oft muss die jeweilige Füllstoffart nachgefüllt/ersetzt werden?
  5. Wurden bereits nicht mehr nutzbare Kunststoffrasenplätze durch neue ersetzt? Wenn ja, wie wurde das Material entsorgt? War es möglich, die Kunststoffe zu recyceln?
  6. Welche organisatorischen und technischen Maßnahmen sowie Pflegemaßnahmen werden jeweils eingesetzt, um eine Austragung von Mikroplastik bei entsprechend verfüllten Kunststoffrasenplätzen zu verhindern bzw. zu minimieren?
  7. Welche ökologischen Kriterien werden bei den derzeit genehmigten und zukünftigen Kunststoffrasenplätzen zu Grunde gelegt, bezüglich
    a) der Notwendigkeit (Nutzungszeiten)?
    b) der Materialbeschaffenheit?
    c) der technischen Gestaltung?
    d) der Füllstoffe?
    e) der Pflege?
    f) der Entsorgung und Recyclierbarkeit?

Sachverhalt / Begründung:

Kunststoffrasenplätze ermöglichen längere und intensivere Nutzungszeiten, da sie robust und witterungsbeständig sind und deshalb ganzjährig bespielt werden können. Allerdings stellt das verwendete Kunststoffmaterial ein großes ökologisches Problem dar. Neben Plastikmüll, Kleidung aus Polyester und anderen Kunststoffen sowie Kunstkautschuk, stellen Kunststoffrasenplätze eine bedeutende Quelle für die Freisetzung von Mikroplastik in der Umwelt dar. Auch gesundheitliche Belastungen durch die Aufnahme von Mikroplastik aus Abrieb während der Nutzung sind nicht auszuschließen. 

Wegen des erheblichen Austrags von Mikroplastik in die Umgebung von entsprechend verfüllten Kunststoffrasenplätzen wurde bereits 2019 von der Europäischen Chemikalienagentur ein Verbot solcher Füllstoffe angekündigt. Aufgrund der Intervention der großen europäischen Fußballlobby wurde das angekündigte Verbot inzwischen von der EU auf Eis gelegt. Wegen des zunehmenden Bewusstseins für die schädlichen Umweltauswirkungen der Kunststoffrasenplätze ist es vielerorts schon üblich, die Notwendigkeit von Kunstrasenplätzen sowie die Verwendung des eingesetzten Materials kritisch zu hinterfragen, Alternativen zu nutzen, oder technische Maßnahmen zu ergreifen, um einen Eintrag in die Natur wirkungsvoll zu verhindern, bzw. zu minimieren.

In Karlsruhe gibt es eine große Anzahl von Kunstrasenplätzen und es werden derzeit mehrere neue Plätze beantragt. Wegen der hohen negativen Auswirkungen halten wir Grünen es für notwendig, dass zunächst einmal eine Bestandsaufnahme der in Karlsruhe vorhandenen Kunststoffrasenplätze sowie deren jeweilige Beschaffenheit und Vermeidungsstrategie von Mikroplastik-Granulat gemacht wird. Dabei sollen insbesondere die ökologischen Auswirkungen betrachtet werden. Auf dieser Grundlage können künftig Entscheidungen qualifiziert und transparent getroffen werden mit dem Ziel, mehr Nachhaltigkeit im Sport zu erreichen. Dabei soll auch berücksichtigt werden, dass laut Umfragen Sportler*innen lieber auf Naturrasenplätzen spielen.  

Unterzeichnet von:

Renate Rastätter, Aljoscha Löffler, Christina Bischoff, Christine Weber, Zoe Mayer

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