Klimaschutz ist Krisenprävention

Die Corona-Krise ist eine akute Bedrohung, die aktuell unser ganzes Leben bestimmt. Von heute auf morgen hat sich unser Alltag grundlegend verändert. Die politische Bereitschaft von allen Seiten, diese Krise gemeinsam zu meistern, war und ist überwältigend. Auch in Karlsruhe gab es im Gemeinderat und der Verwaltung ein großes Miteinander. So ist es gelungen, die Zahl der Neuinfektionen in Deutschland und in der Region massiv zu verringern.

Auch der Klimawandel ist eine Krise. Bislang sind ihre Folgen jedoch kaum spürbar und Veränderungen kommen in kleinen Schritten. Die Auswirkungen auf unser Leben werden in einigen Jahren umso weitreichender sein und voraussichtlich kaum umkehrbar – zumindest dann, wenn wir jetzt keinen ernsthaften Klimaschutz betreiben. Hier können wir viel aus dem Umgang mit der Corona-Krise lernen.

Auswirkungen des Klimawandels

Die Effekte des Klimawandels sind in Karlsruhe bereits zu spüren. Nach aktuellen Forschungsergebnissen wird Karlsruhe durch seine geographische Lage stärker vom Klimawandel betroffen sein als andere Kommunen. Direkte Konsequenzen für uns vor Ort sind das Sterben von Bäumen und Tierarten, Probleme für die Landwirtschaft und gesundheitliche Effekte durch Hitze. Bei beiden Themen geht es um Gesundheitsprävention für alle!

Wie gelingt Klimaschutz?

Effektive Klimapolitik, muss breit aufgestellt sein. Die Sektoren mit den meisten Klimaemissionen in Deutschland sind die Energieproduktion, der Verkehr, die Wirtschaft, der Gebäudebereich und unsere Landwirtschaft. Wir als Stadt Karlsruhe können unseren Beitrag leisten, um die Emissionen in diesen Bereichen zu senken.

Die Fortschreibung des KIimaschutzkonzepts bis 2030 und darüber hinaus wurde deshalb im April mit großer Mehrheit vom Karlsruher Gemeinderat beschlossen. Sie wurde im vergangenen Jahr unter Beteiligung der gesamten Stadtverwaltung und der Zivilgesellschaft erarbeitet.

Der Karlsruher Gemeinderat hat damit neue, wichtige Maßnahmen für den Klimaschutz auf den Weg gebracht. Bis 2050 will Karlsruhe als Stadt so spätestens klimaneutral sein. Für die die Stadtverwaltung und die städtischen Liegenschaften soll dies bis spätestens 2040 erreicht sein. Diese Ziele sind realistisch und können durch die Maßnahmen, welche wir im Karlsruher Gemeinderat auf den Weg bringen, auch erreicht werden.

Eine Querschnittsaufgabe

Klar ist aber auch: Um gemäß den Pariser Klimazielen die globale Erwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen, müssen weitere Maßnahmen auf anderen politischen Ebenen erfolgen – im Bund und in Europa. Für den Klimaschutzeffekt, den wir in Karlsruhe brauchen, reicht Kommunalpolitik alleine nicht aus. Dazu fehlen der Kommune die Finanzkraft und die unmittelbare Einflussnahme auf wichtige CO2-emittierende Bereiche wie den Wirtschaftssektor. Im Gemeinderat setzen wir uns deshalb auch dafür ein, als Kommune klare Zeichen an die Bundespolitik zu senden. Auf Antrag der Grünen Fraktion ist die Stadt seit diesem Jahr Mitglied im CO2-Abgabe-Verein. Dieser Verein setzt sich im Namen seiner kommunalen Mitglieder dafür ein, eine sozial gerechte Bepreisung von Klimaemissionen in Deutschland voranzubringen. Dadurch können große Effekte für den Klimaschutz erreicht werden.

Wir GRÜNE nehmen die Herausforderungen an und nehmen beide Themen ernst: Die Corona-Krise können wir gemeinsam in der nächsten Zeit überwinden. Die Klima-Krise gehen wir gemeinsam langfristig an.

Ich bitte Sie als Bürger*innen und Bürger, sich weiterhin in unsere Stadtgesellschaft einzubringen!
Ihre Zoe Mayer

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