Freie Kultureinrichtungen beim Neustart unterstützen – öffentliche Plätze im Sommer bereitstellen

Antrag – zur Beratung im Kulturausschuss am 30. März 2021

  1. Die Stadtverwaltung berichtet in der nächsten Kulturausschusssitzung, wie viele Anträge auf Mittel aus dem Notlagenfonds gestellt wurden und inwieweit noch Mittel für 2021 übertragen werden können.
  2. Sie informiert im Kulturausschuss über die Auswirkungen des zweiten Lockdowns auf die freien Kultureinrichtungen sowie über ihre Ideen und konkreten Planungen, die freien Kultureinrichtungen beim stufenweisen Neustart zu unterstützen.
  3. Sie vermittelt adäquate Räume für Kultureinrichtungen, die wegen Hygiene- und Abstandsregelungen in ihren eigenen Räumen keine Veranstaltungen durchführen können.
  4. Sie unterstützt das Ziel der freien Kultureinrichtungen, Veranstaltungen und Kulturprojekte im Freien durchführen zu können und prüft dazu in allen Stadtteilen, welche öffentlichen Plätze für kleine, mittlere und größere Veranstaltungen, Events oder Projekte geeignet sind, oder so ausgestaltet werden können, dass eine kulturelle Nutzung ermöglicht wird.
  5. Sie verhandelt mit dem Land darüber, damit der Schlossgarten oder andere Landeseinrichtungen in eine entsprechende Konzeption für kulturelle Nutzungen einbezogen werden können.
  6. Ein besonderes Konzept soll für die kulturelle Nutzung der Günther-Klotz-Anlage gemeinsam mit den Kultureinrichtungen entwickelt werden, damit auch einzelne Veranstaltungen mit größeren Publikumszahlen – etwa 500 bis 1.000 Personen – im Sommer stattfinden können.
Begründung/Sachverhalt

Für die freien Kultureinrichtungen sind die fortgesetzten Lockdowns inzwischen eine schwere Belastung. Zwar haben Bund Land große Fonds aufgelegt, um den Erhalt der Kultureinrichtungen zu sichern und wir als Gemeinderat haben ergänzend einen Notlagenfonds von 2,5 Mio. € beschlossen, aber die fehlende Perspektive für eine eingeschränkte oder völlige Öffnung ist ein unerträglicher Zustand.
Während des ersten Lockdowns 2020 haben die Kultureinrichtungen kreative digitale Angebote entwickelt und umgesetzt, um die Schließzeit mit Zuversicht zu überbrücken. Im Sommer haben sie Kultur mit Abstand und extrem verringerten Besucher*innen durchgeführt, u. a. das Festival „Toujours Kultur“ im Freien auf dem Gelände des Alten Schlachthofs und das Sandkorn ist auf die Garage in Ettlingen ausgewichen. Jetzt im zweiten anhaltenden Lockdown geht ihnen allmählich die Luft zum Durchhalten aus. Dennoch geben sie nicht auf und wollen auch 2021 wieder mit Kulturangeboten starten, sobald dies möglich ist.

Die derzeitige Entwicklung deutet leider daraufhin, dass es noch eine Weile dauern wird, bis ein Neustart genehmigt wird. Es ist davon auszugehen, dass zunächst über einen längeren Zeitraum wieder Abstands- und Hygienemaßnahmen eingehalten müssen. Deshalb besteht erneut die Notwendigkeit, größere Räume zu finden.
Da es wesentlich einfacher ist, Veranstaltungen im Freien durchzuführen, wollen erneut viele Kultureinrichtungen im Sommer Veranstaltungen im Freien durchführen. Es hat sich gezeigt, dass das Festival „Toujours Kultur“ sehr beliebt und erfolgreich war. Deshalb konzentrieren sich die Vorbereitungen der Einrichtungen derzeit schon auf mögliche Nutzungen von öffentlichen Räumen und Plätzen in den Stadtteilen. Da es sehr unterschiedliche Formate gibt, von Kleinkunst, Theateraufführungen bis zu größeren Konzerten, sollen deshalb unterschiedlich geeignete öffentliche Plätze gefunden und geprüft werden.
Dabei sollen jeweils die vorhandene Infrastruktur sowie die geeignete Tageszeit (morgens, mittags abends) geklärt werden. Auch das Land sollte in dieser schwierigen Zeit den Schlossgarten oder auch andere Einrichtungen wie das Landwirtschaftliche Technologiezentrum Augustenburg in Forchheim für bestimmte Veranstaltungen zur Verfügung stellen. Ebenso könnte die Turmbergterrasse beispielsweise für Open Air Theateraufführungen zugelassen werden.

Unterzeichnet von:

Renate Rastätter, Markus Schmidt, Christine Weber, Aljoscha Löffler,
Zoe Mayer

Gemeinderatssitzung 23.03.21: verwiesen in Fachausschuss

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