Balkon-Photovoltaik: Sonnenenergie in der Wohnung nutzen

Antrag zur Vorberatung im Umweltausschuss

  1. Die Stadtverwaltung berichtet, wie sie den Stellenwert von Balkon-Photovoltaik-Anlagen für Wohnungsmieter*innen und Eigentümer*innen bewertet im Hinblick auf Bewusstseinsbildung und Vorbildfunktion für die verstärkte Nutzung von regenerativen Energiequellen.
  • Ergänzend und unterstützend zu den bereits vorhandenen Beratungen der KEK sensibilisiert die Stadtverwaltung Bürger*innen für die Anschaffung und Nutzung von Balkon-Photovoltaik-Anlagen. Insbesondere unterstützt sie bei der Überwindung von Hürden, wie dem Anmeldeprozedere, Auflagen des Denkmalamts, Genehmigung durch Eigentümer*innen, Sicherheitsaspekte, Aufbau der Anlage durch eigenes geeignetes Beratungsmaterial bzw. Beratungsangebote.
  • Sie prüft die Gewährung von Fördermaßnahmen für Balkon-Photovoltaik-Anlagen im Rahmen des Förderprogramms KlimaBonus Karlsruhe.
Begründung/Sachverhalt

Balkon-Photovoltaik-Anlagen sind eine innovative Möglichkeit, um Bürger*innen aktiv in die Energiewende einzubeziehen. Sie transportieren das Thema der Energiewende und machen bewusst, dass jede*r selbst einen Beitrag dazu leisten und sich generell stromsparender verhalten kann. Allerdings fehlt es häufig an Wissen um die Rahmenbedingungen wie zum Beispiel die Meldepflicht, das Anmeldeverfahren, eventuell bestehende Auflagen des Denkmalamts, die Genehmigung durch Eigentümer*innen, Sicherheitsaspekte sowie der Aufbau der Anlage.

Zielgruppen, die sensibilisiert werden sollten, sind Bürger*innen, Wohnungsbesitzer*innen, Vermieter*innen, Haus-Eigentümer*innen, Handwerker*innen, Wohnungsbaugenossenschaften, Politiker*innen, Netzbetreiber*innen.

Die Stadt Karlsruhe bietet ihren Bürger*innen bereits über das Förderprogramm „KlimaBonus Karlsruhe“ Zuschüsse für Photovoltaik-Anlagen auf dem eigenen Wohngebäude. Aber nicht alle Bürger*innen in Karlsruhe besitzen ein eigenes Haus. Bewohner*innen einer Mietwohnung oder Eigentümer*innen einer Wohnung ohne eigenes Dach sollten ebenfalls die Möglichkeit erhalten, Solarstrom zu erzeugen. Der auf diese Weise erzeugte Strom lässt sich direkt nutzen, um den Eigenverbrauch und die CO2-Emissionen in dicht besiedelten Ballungsräumen mit vielen Mietwohnungen wie in Karlsruhe zu senken.

Mit Balkonmodulen können auch Menschen, die über keine Dachflächen für Photovoltaik-Anlagen verfügen, einen persönlichen Beitrag zur Energiewende leisten. Die kleinen Photovoltaiksysteme werden auch Mini-Solaranlagen, Balkon-Solaranlage, Mieter-Photovoltaik oder Stecker-Module genannt, weil sie sich einfach an die Balkonbrüstung montieren lassen und der erzeugte Strom über die Steckdose direkt für den Eigenverbrauch nutzbar ist. Die Mini-Solaranlagen lassen sich einfach entfernen und an anderer Stelle weiterbetreiben.

Seit geraumer Zeit steigen die Energiepreise, zuletzt drastisch angetrieben durch den Krieg in der Ukraine. Hierdurch entsteht ein weiterer Anreiz für solche kleinen Schritte auf dem Weg zu mehr Energie-Unabhängigkeit – und dies ökologisch sinnvoll und nachhaltig.

Wir sind uns dessen bewusst, dass die volle Fokussierung und Konzentration auf Dach-PV liegen muss, da die wirtschaftliche Effizienz und der Beitrag zur Senkung von CO2-Emissionen erheblich besser ausfallen. Allerdings sollte Karlsruhe nicht auf die zusätzliche Möglichkeit verzichten, einen Beitrag durch Balkon-PV zu leisten, zumal dadurch das Bewusstsein für den zügigen Ausbau regenerativer Energiequellen geschärft wird.

Unterzeichnet von:

Renate Rastätter, Christine Weber, Aljoscha Löffler, Jorinda Fahringer,

Verena Anlauf, Michael Borner, Benjamin Bauer, Dr. Clemens Cremer

Quellen und Hintergrundinformationen:

https://efahrer.chip.de/news/solaranlage-fuer-den-balkon-welche-staedte-die-mini-pv-anlagen-tuechtig-foerdern_107521

https://www.homeandsmart.de/balkonkraftwerk-foerderung

https://www.freiburg.de/pb/1736316.html

Verwandte Artikel