Corona-Impfpat*innen für Menschen, die Hilfe benötigen

Antrag – zur Beratung im Gemeinderat

  1. Die Stadt Karlsruhe bringt ehrenamtlich engagierte Bürger*innen und impfberechtigte Menschen, die Unterstützung bei der Organisation
    ihrer Covid-19-Impfung benötigen, zusammen. Das Ziel ist es, Menschen zu unterstützen, die Hilfe benötigen bei der Buchung eines Impftermins oder dabei, nach Rheinstetten bzw. in die Schwarzwaldhalle zu gelangen oder die beim Gang durch das Impfzentrum eine Begleitung wünschen.
  2. Hierzu richtet die Stadt in Zusammenarbeit mit den Quartiersmanager*innen und Bürger*innenvereinen eine Infostelle ein; bzw nutzt die seit dem Frühjahr 2020 bestehenden stadtteilspezifischen Plattformen; siehe https://www.karlsruhe.de/b4/buergerengagement/aktivbuero/helfen_corona.de
  3. Die Kontaktdaten der Infostelle sollen über das Quartiersmanagement, die Bürgervereine, das Amtsblatt und öffentliche Plakatierung bekannt gemacht werden.

Begründung/Sachverhalt

Der weit überwiegende Teil der älteren Menschen und Menschen mit Behinderung lebt nicht im Pflegeheim, sondern zu Hause. Ein Teil davon kann nicht selbstständig zu einem Impfzentrum gelangen. Die problematische Lagerung bzw. Kühlung des Impfstoffs erschwert aktuell mobile Impfungen zu Hause. Daher ist es dringend erforderlich, dass diesen älteren Menschen Möglichkeiten eröffnet werden – gerade über die Einbindung von engagierten Bürger*innen u.a. mit Hilfe der Quartiersarbeit über Bürger*innenvereine und Bürger*innenzentren – das Impfzentrum zu erreichen. Aufgrund der Vulnerabilität dieser Gruppe kann nicht abgewartet werden, bis eine Impfung bei Hausärzt*innen möglich sein wird.

Das Beispiel der Impfpat*innen, das bereits verschiedene Gemeinden installiert haben1, scheint uns ein geeigneter Weg zu sein. Dies insbesondere, da die Stadt bereits in der ersten Pandemiewelle Erfahrungen mit einer Auflistung vertrauenswürdiger Initiativen/Organisationen gesammelt hat, die nachbarschaftliche Einkaufshilfen anboten.

Zu einem späteren Zeitpunkt, wenn der Kreis der Impfberechtigten deutlich ausgeweitet sein wird, aber niedergelassene Ärzt*innen noch nicht impfen, könnte das Modell der Impfpat*innen auch auf Personen ausgedehnt werden, die durch eine Behinderung stark in der Orientierung und Bewegung eingeschränkt sind. So z.B. Mitbürger*innen mit dem Merkzeichen „aG“ (außergewöhnliche Gehbehinderung) und „Bl“ (blind). 

Unterzeichnet von:

Verna Anlauf, Christine Großmann, Niko Riebel, Michael Borner,

Jorinda Fahringer, Aljoscha Löffler

1Beispiele aus anderen Städten:

Bietigheim

Landkreis Vechta

Oldenburg

Steinfeld

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