Interfraktioneller Antrag von SPD und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Aufzeigen der Stärken des Modellprojekts „Innovative Pflege“

  1. Die Stadtverwaltung stellt die Ergebnisse aus der Evaluation des Projekts „Innovative Pflege“ in Form einer Veranstaltung oder Tagung der Öffentlichkeit vor.
    Ziel ist dabei, die Ergebnisse mit Vertreter*innen des Sozialministeriums Baden-Württemberg, der Krankenkassen, mit ambulanten Pflegeeinrichtungen und der Wissenschaft gemeinsam mit der Stadtgesellschaft zu diskutieren. Nach Möglichkeit sollen auch Vertreter*innen ähnlicher Projekte – aus dem Inland oder auch den Niederlanden – hieran beteiligt werden.
  2. Es wird geprüft, inwieweit das Modellprojekt „Innovative Pflege“ verlängert werden kann, damit trotz der Corona-bedingten Einschränkungen valide, auch unter nicht pandemischen Bedingungen aussagekräftige, Ergebnisse erarbeitet werden können.
    Hierzu werden Gespräche mit der Landesregierung geführt, ob eine Weiterfinanzierung durch das Land Baden-Württemberg ermöglicht werden kann.

Begründung:

Die bisherigen Erfahrungen mit dem Modellprojekt „Innovative Pflege“ zeigen erhebliche Wirkungen in der Verbesserung der ambulanten Pflege. Wünschenswert und dringend geboten wäre eine Regelfinanzierung durch die Krankenkassen.

Nicht nur die Kommune hat durch die freiwillige Finanzierung hier Enormes – über die ihr eigentlich übertragenen Aufgaben hinaus – in diesem wichtigen sozialpolitischen Feld geleistet. Auch die mit dem Modellprojekt beauftragten Träger hatten einen gewaltigen Aufwand. Daher sollen weitere Anstrengungen dahingehend laufen, die Ergebnisse weiterzutragen und durch die gesammelten Erfahrungen insgesamt im Bereich der Pflege eine Veränderung hin zu mehr Ganzheitlichkeit zu bewirken.

Die Stadt Karlsruhe ist hier Vorreiterin: Trotz der Coronapandemie konnten die beiden Anbieter AWO und Paritätische Sozialdienste aufzeigen, was durch mehr Zeit in der Pflege möglich ist.

Vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels ist besonders hervorzuheben, inwieweit eine ganzheitliche Pflege, die mehr soziale Kontakte zu älteren Menschen ermöglicht, zu mehr Zufriedenheit der Pflegekräfte führt und somit auch einen Beitrag zur Gewinnung von Pflegekräften leisten kann.

Für die gepflegten Menschen zeigen die Ergebnisse, welcher Mehrwert für sie  geschaffen wurde: Ihnen geht es besser, weil auf ihre sozialen Belange eingegangen werden kann, sie mehr zur Selbstständigkeit und Eigenverantwortung geführt werden können. Hierfür finden sich zahlreiche Beispiele. Älteren Menschen konnte aufgezeigt werden, zu welchen Handlungen sie selbst noch fähig sind, was manchen Menschen vorher undenkbar erschienen sein mag, Kontakte konnten vergrößert und die Einbeziehung im Quartier erhöht werden.

Diese großen Chancen, welche die in Karlsruhe gesammelten Erfahrungen zeigen, dürfen nicht versickern. Die Antragsstellenden erhoffen sich durch eine größere Veranstaltung bzw. Tagung die Chance, diese herausragenden Ergebnisse weiterzugeben und so dafür zu sorgen, dass Pflege sich zum Positiven verändert.

Unterzeichnet von:

Parsa Marvi, Yvette Melchien, Elke Ernemann (SPD-Fraktion) 

Verena Anlauf, Michael Borner, Renate Rastätter (GRÜNE Fraktion)

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